Ein spanisches Rettungsschiff mit zwei Leichen und einer Überlebenden einer Flüchtlingsschiffshavarie ist nach viertägiger Reise über das Mittelmeer auf Mallorca eingetroffen. Foto: AFP

Das Schiff brachte auch eine Frau aus Kamerun nach Palma, die im Mittelmeer gerettet worden war. Die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat der libyschen Küstenwache vorgeworfen, die Frau und zwei weitere Opfer am Dienstag zurückgelassen zu haben.

Barcelona - Ein spanisches Rettungsschiff mit zwei Leichen und einer Überlebenden einer Flüchtlingsschiffshavarie ist nach viertägiger Reise über das Mittelmeer auf Mallorca eingetroffen. Die überlebende Frau aus Kamerun sei an ein Krankenhaus zur Traumabehandlung weitergeleitet worden, teilten die spanischen Behörden am Samstag mit.

Das Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hatte die Kamerunerin und die Leichname eines kleinen Jungen und einer anderen Frau im Mittelmeer gefunden. Die Organisation warf der libyschen Küstenwache vor, die Opfer am Dienstag zurückgelassen zu haben, nachdem die Küstenwache etwa 160 Migranten auf dem Weg nach Europa abgefangen habe.

Videoaufnahmen der Gruppe zeigten die im Wasser treibenden Leichen und die Rettung der Frau. Die Aufnahmen sorgten in Europa für Empörung. Der Direktor von Proactiva Open Arms, Oscar Camps, sagte, die zwei Frauen hätten sich geweigert, gemeinsam mit dem Kleinkind wie die anderen Migranten an Bord libyscher Schiffe zu gehen. Sie seien zurückgelassen worden.

Kamerunerin wegen Traumas behandelt

Die Hilfsorganisation teilte mit, die Kamerunerin werde wegen Traumas im Krankenhaus behandelt werden. Die Frau sagte einem Journalisten an Bord des Rettungsschiffs, dass die Migranten zwei Tage und zwei Nächte lang auf See gewesen seien.

Die Rettungskräfte hatten sich geweigert, mit dem Schiff in Italien anzulegen, weil sie nach eigenen Angaben kein Vertrauen in die Art und Weise hatten, in der italienische Behörden die Havarie untersuchen würden. Rom und die EU haben die libysche Küstenwache ausgebildet und finanziert, um die Migration zu stoppen.

Der populistische italienische Innenminister Matteo Salvini hat Schiffen von Hilfsorganisationen, die Migranten im Mittelmeer retten, eine Anfahrt italienischer Häfen verweigert. Dazu gehört auch das Schiff „Open Arms“.

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