Dieser Tage ist es fast schon fahrlässig, keine größere Initiative zu ergreifen, um sein Erspartes zumindest ein Stück weit vor der hohen Inflation zu bewahren. Foto: imago//Oleksandr Latkun

Der Vergleich von Tages- und Festgeldangeboten lohnt sich. Mit Bequemlichkeit verschenken Sparer viel Geld. Angesichts der hohen Inflation ist das fast schon fahrlässig, findet unser Frankfurt-Korrespondent Hannes Breustedt.

Auch ein Jahr nach der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Tagesgeldangebote bei vielen Geldhäusern bemerkenswert mickrig. Auswertungen von Vergleichsportalen wie Biallo zeigen zwar, dass etliche Banken inzwischen mit attraktiveren Konditionen locken. Doch vor allem regionale Institute halten sich weiter zurück. Dafür mag es teilweise gute Gründe geben. Der wichtigste Faktor für anhaltend niedrige Zinsen einer ganzen Reihe von Banken bei Tages- und Festgeld ist jedoch, dass die Kunden sich trotz lukrativerer Angebote mit ihnen zufriedengeben.

 

Handlungsdruck durch Mittelabzüge? Offenbar nicht

Denn Handlungsdruck durch Mittelabzüge gibt es für Banken, die mit Zinsen knausern, bislang anscheinend nicht. Hört man sich bei Geldinstituten in der Region um, so ist viel von Treue und Loyalität der Kundschaft die Rede. Größere Abwanderungsbewegungen zu Online-Wettbewerbern seien nicht zu beobachten. Besonders ältere Sparerinnen und Sparer fühlen sich bei ihren Hausbanken offenbar geborgen und sicher. So weit, so gut.

Doch im derzeitigen Umfeld ist Bequemlichkeit ein teures Vergnügen. Mit relativ geringem Zeitaufwand und wenigen Mausklicks lassen sich bei Tages- oder Festgeld locker Hunderte Euro einstreichen.

Darüber sollte man sich als Sparer zumindest im Klaren sein – Gewohnheiten und Verbundenheit durch langjährige Geschäftsbeziehungen hin oder her. Dies ist umso wichtiger, als der Werterhalt des eigenen Geldes angesichts der weiterhin hohen Inflation ohnehin ein fast unmögliches Unterfangen ist – jedenfalls wenn man keine größeren Anlagerisiken eingehen will. Insofern ist es dieser Tage fast schon fahrlässig, keine Initiative zu ergreifen, um sein Erspartes zumindest ein Stück weit vor der hohen Inflation zu bewahren.