Kämpft mit vielen Mittel für einen neuen Arsenalplatz: Werner Spec Foto: factum/Weise

Werner Spec gibt seine Ziele nicht so schnell auf – das hat viel Gutes. Im aktuellen Fall ist seine Hartnäckigkeit aber gefährlich.

Ludwigsburg - Wer Werner Spec ein bisschen kennt, weiß, dass ihn die verbale Breitseite, die ihm das Land nun verpasst hat, erst so richtig anspornt. Und der weiß auch, was Werner Spec meint, wenn er von „Dialog“ spricht: Er redet, die anderen stimmen zu. Nur so ist auch zu erklären, dass er seinen Gesprächspartnern im Land, die Dialogfähigkeit abspricht.

Dass es nicht ganz falsch wäre, wenn Werner Spec selbst auch mal zuhörte, belegt der Brief aus Stuttgart. Unverhohlen steht darin, dass Spec’ Insistieren auf einen neuen Arsenalplatz nicht als respektabler Einsatz zu würdigen, sondern als lästig zu erachten ist. Dass es nachvollziehbare Argumente für den Verbleib des Archivs gibt, interessiert ihn offenbar überhaupt nicht.

Es stimmt schon: Wäre Werner Spec nicht so hartnäckig, hätte sich Ludwigsburg nicht so attraktiv entwickelt. Man muss nur an das Marstall denken. Ohne einen unbändigen Willen und eine selbstlose Beharrlichkeit wäre die Reaktivierung dieses innenstadtgefährdenden Einkaufszentrums nicht möglich gewesen.

Andererseits: Wer weiß, was alles möglich wäre, würde sich der Oberbürgermeister von Ludwigsburg nicht so oft wie der Obermeister der Welt benehmen? Wenn er seine Mitspieler mitnehmen würde, statt über sie bestimmen zu wollen?

Beim Arsenalplatz hat diese Methode in die Sackgasse geführt. Bleibt das Land bei seiner Haltung, kann sich die Stadt die Idee eines autofreien Arsenalplatzes – und damit eines schönen neuen Quartiers – abschminken. Vielleicht besinnt sich Werner Spec noch mal, statt jetzt erst recht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.

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