Selbst wenn die Weihnachtsmeile stattfinden wird, so dicht dürfen die Stände nicht stehen – und die Gastro-Angebote müssen am Rand bleiben. Foto: factum/Archiv

Auch wenn die Corona-Infektionszahlen steigen: Ludwigsburg will etwas Weihnachtliches inszenieren. Die Gastronomen in der City sollen ihre Gäste auch im Winter draußen bewirten können. Gestritten wird noch über Heizpilze.

Ludwigsburg - Den ganzen Sommer über haben die Mitarbeiter des Ludwigsburger Eventbetriebs an einem Konzept getüftelt, das auf dem Marktplatz zumindest eine kleine Weihnachtsmeile erlauben würde. „Bis 7. Oktober sah es dafür auch noch gut aus“, sagte Geschäftsführer Mario Kreh jetzt im Kulturausschuss. Doch seit einer Woche mehren sich auch im Kreis die Corona-Infektionen wieder – und dann hat auch noch Heilbronn den Weihnachtsmarkt abgesagt. Eine endgültige Entscheidung über die weihnachtliche Budenstadt in Ludwigsburg wird erst kommende Woche fallen.

Umsonst auf Verordnung des Landes gewartet

„Wir sind überzeugt, dass die Meile auch unter Corona-Bedingungen machbar ist“, sagte Kreh. „Aber wenn wir die einzigen mit Weihnachtsangebot im Großraum sind, haben wir eine Umfeldproblematik.“ Sprich: Ludwigsburg könnte überrannt werden. Im Juli habe die Landesregierung eine Verordnung in Sachen Weihnachtsmärkte angekündigt. „Das hätte uns geholfen“, sagt Kreh. Aber es kam nichts und es wird wohl auch nichts mehr kommen. Das heißt: Stadt und Marktbeschicker fühlen sich mit dem Risiko allein gelassen.

Allein, dass 83 Händler bereit seien, auch unter sicher nicht optimalen Bedingungen mitzutun, zeige, wie existenziell die Krise für sie sei, meint Kreh. Auch darum wollte der Eigenbetrieb Tourismus und Events den Markt nicht einfach absagen. Allerdings könne er den Händlern zum jetzigen Zeitpunkt auch keine verlässliche Zusage machen: „Wir brauchen noch etwas Zeit, wir müssen sehen, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln.“

Krisenstab tagt am Dienstag

Mit der Weihnachtsmeile möchten die Stadt und der Eigenbetrieb auch die Gastronomen in der Innenstadt unterstützen. Das entwickelte Konzept sieht vor, dass im Umfeld 13 Imbissstände aufgebaut werden könnten. Das Angebot reiche von Waffeln über Fondue bis zu Fischgerichten, sagte Kreh. Die Stände würden auf den Flächen rund um die Kirchen postiert. Die 83 Buden auf dem Marktplatz würden in Schneckenform angeordnet, sodass man diesen Parcours immer in einer Richtung ablaufen könne. Sechs Süßwarenstände würden nach außen gerichtet, weil ein Verzehr innerhalb ausgeschlossen ist. Im Markt gilt Maskenpflicht.

Die Mitglieder des Wirtschafts- und Kulturausschusses verbanden ihre Zustimmung zu diesem Konzept mit der Hoffnung, es möge keine zweite Welle der Corona-Pandemie alle Pläne zunichte machen. „Am nächsten Dienstag werden wir im Krisenstab erneut die Gefährdungslage diskutieren“, sagte der Oberbürgermeister. Danach müsse entschieden werden. „Stand heute, könnte es funktionieren, aber es bleibt ein Restrisiko“, sagte Matthias Knecht. „Das müssen alle wissen.“

Heizpilze ja oder nein?

Vertagt wurde auch eine Entscheidung darüber, ob die Citywirte im kommenden Winter ihre Sitzgelegenheiten im Freien mit Heizpilzen aufwärmen dürfen. Die Verwaltung hat dies zwar vorgeschlagen und lediglich den Einsatz von gasbetriebenen Geräten untersagen wollen. Doch während der Grüne Michael Vierling auf den Klimaschutz verwies und alle Arten von Heizpilzen verhindern wollte, machte sich Sebastian Haag (FDP) auch für Gasheizgeräte stark.

Am Ende konnte sich das Gremium nur darauf einigen, dass den Wirten die Außengastronomie so leicht wie möglich gemacht werden soll. Ob ihnen allerdings die Gebühr wie schon im Sommer um 75 Prozent erlassen oder – wie von den Grünen gewünscht – ganz gestrichen wird, soll erst in der Gemeinderatssitzung am 21. Oktober entschieden werden. Am gleichen Tag wird vermutlich auch entschieden, ob Heizpilze gestattet werden und – was noch viel dringlicher ist – ob die Weihnachtsmeile stattfinden kann.

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