Normalerweise steht er hinter der Kamera: Der Herrenberger Fotograf Ludwig Migl ist Spezialist der Unterwasserfotografie Foto: privat

Der Herrenberger Fotograf Ludwig Migl hat die Deutsche Meisterschaft der Unterwasserfotografie gewonnen. Als Preis durfte er im April dieses Jahres auf den Bahamas Haie unter Wasser fotografieren. Nichts für schwache Nerven.

Still ist es unter Wasser. Der Herrenberger Fotograf Ludwig Migl trägt einen schwarzen Tauchanzug und hält mit zwei Händen eine Kamera vor seinem Körper. Um ihn herum gleiten zwischen 30 und 40 Haie durch das Wasser: Ammenhaie, Tigerhaie, Bullenhaie und Hammerhaie.

 

Als Preis für den ersten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Unterwasserfotografie bekommt Ludwig Migl im vergangenen April die Chance, auf die Bahamas zu reisen und die gefürchteten Meeresbewohner in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren.

Schwimmen ist im Hai-Getümmel keine gute Idee

Bereits vom Boot aus sieht Ludwig Migl die Tiere. Schwimmen ist in dem Getümmel keine gute Idee: Die Fotografen lassen sich an einem Seil zum Meeresboden hinab und hoffen dort auf einen guten Augenblick, um auf den Auslöser zu drücken. Angefüttert werden müssen die Haie hier nicht, das ist ihr Revier. Angst hat der 60-Jährige keine, aber Respekt schon: „Es ist sehr beeindruckend“, sagt er. „Man kann gar nicht anders, als den Moment zu genießen.“

Seit 45 Jahren taucht Ludwig Migl bis in teilweise 40 Meter Tiefe und lauert dort auf tolle Motive. Mit zehn Jahren hatte er zum ersten Mal eine Kamera in der Hand und hat sie seither nicht mehr losgelassen. Jahrelang war er für Reisekataloge auf der ganzen Welt unterwegs, doch seine Leidenschaft liegt bei der Tierfotografie und Unterwasseraufnahmen. Ob im Bodensee, einem Baggersee bei Karlsruhe oder den Bahamas: Wenn der erfahrene Fotograf abtaucht, genießt er das schwerelose Gleiten durchs Wasser, die totale Stille: „Das ist, wie wenn man eine Tür zumacht“, sagt er. „Man denkt nur noch darüber nach, was vor einem liegt.“

Tauchen ist auch mit einigen Gefahren verbunden

Doch unter der Wasseroberfläche lauert nicht nur mystische Schönheit, sondern auch die ein oder andere Gefahr. Der Tiefenrausch – ein rauschartiger Zustand, der beim Tauchen ab 30 Metern vorkommen kann – hat bei ihm und seinem Tauchpartner schon die ein oder andere brenzlige Situation verursacht. Und obwohl ihn normalerweise nichts vom Wassersport abhält, hat er im April auf den Bahamas das erste Mal in über 40 Jahren auf eine Tauchtour verzichtet: Als seien Haie im offenen Meer nicht genug, ging es nämlich zu einem Cenoten-Tauchausflug. Cenoten sind unterirdische Wasserhöhlen, die sich kilometerweit unter dem Boden verzweigen. Nur über ein rund zehn Meter tiefes Loch in der Erde gelingt der Einstieg in diese Höhlen, die wohl nichts für Klaustrophobiker sind. Selbst für Ludwig Migl, dem es nichts ausmacht, im Plansee in Österreich durch ein kleines Loch unter einer Eisschicht abzutauchen, war das einen Ticken zu gruselig.

Doch obwohl der Herrenberger, der eine Zeit lang in Altdorf auf der Schönbuchlichtung zuhause war, in seinem Leben schon viele Länder bereist hat, will er mit seiner Fotografie auch immer wieder zeigen, welche tollen Motive direkt vor der eigenen Haustür liegen. Oft ist er mit dem Fahrrad und einer Kamera im Schönbuch unterwegs und zeigt seine Fotografien immer wieder bei Events im Kreis. So zum Beispiel zuletzt beim Open-Air-Kino Altdorf, das seit mehreren Jahren mit seinen Bildern und der Musik von Achim Stohr eröffnet wird.

Audiovisions-Show im Oktober in der Altdorfer Festhalle

Eine weitere Veranstaltung des Duos wird von der Kulturinitiave Altdorf präsentiert am Samstag, 29. Oktober, um 20 Uhr: In der Altdorfer Festhalle zeigen die beiden eine Audiovisions-Show. Es ist mittlerweile der dritte Anlauf für das Event, das während der Corona-Pandemie gleich zweimal verschoben werden musste. Dabei werden drei Hallenwände gleichzeitig mit Bildern aus den Bereichen Unterwasserwelt, Lost Places, Natur und Urbanes bespielt. Achim Stohr wird live Saxophon spielen und die visuellen Eindrücke mit selbst komponierten Stücken untermalen.