Rustikale Berghütten-Atmosphäre – und doch ein edler Schick.Foto: Gottfried Stoppel Foto:  

Was erwartet der Schwabe kulinarisch vom Himmelreich? Rostbraten, was sonst. „Ein Stück Paradies auf Erden“ verspricht das Restaurant Himmelreich seinen Gästen. Dazu gehört der Rostbraten auf der Karte – aber auch ein besonderes Ambiente.

Stuttgart - Was erwartet der Schwabe kulinarisch vom Himmelreich? Rostbraten, was sonst. „Ein Stück Paradies auf Erden“ verspricht das Restaurant Himmelreich seinen Gästen. Dazu gehört der Rostbraten auf der Karte – aber auch ein besonderes Ambiente. Holzver­täfelung, jede Menge Felle, Krüge, Leinensäcke: Das Ergebnis ist eine rustikale Alm-Gemütlichkeit, die aber modern daher kommt. Dafür sorgen das edle Geschirr und Besteck sowie der professionelle Service, der gar nichts Dirndl-Fesches hat.

Im Januar hat das hübsche Lokal mit den 70 Sitzplätzen eröffnet, es gehört zum Hotel Reich an der Rems in Schorndorf. Der moderne Bau liegt verkehrsgünstig ­nahe der B 29 und rückwärtig tatsächlich direkt an der Rems. Die Terrasse mit Blick auf den Fluss soll am 1. Mai eröffnen. Außerdem entsteht zurzeit der Neubau mit einem großen Restaurant samt Küche.

Die Speisekarte wechselt alle sechs Wochen

Noch muss sich der junge Küchenchef Christoph Refert räumlich beschränken. Das schlägt sich auf die Karte nieder, die alle sechs Wochen wechselt und übersichtliche zwei Seiten füllt. Zunächst grüßt Refert mit Brotkorb, Sauerrahm und Kressebeet im Tonteller samt Schere zum selber Schneiden. Warum der Bergsteiger-Teller so heißt, wissen wir nach dem ersten Bissen: Der Turm aus cremigem Rohschinken-Bergkäse-Tatar mit Pilzchips und Meerrettich ist bestens geeignet, leere Kalorien­depots aufzufüllen (11,80 Euro). Oder als Grundlage für eine fröhliche Weinrunde. Denn neben einem süffigen Sebaldus Hefe hell oder dunkel (3,50 Euro) gibt es im Himmelreich eine nette Weinauswahl, die übers Remstal hinaus bis nach Baden und Italien reicht, vom samtigen Grauburgunder bis zum unkompliziert-frischen Lugana (je 5, 50 Euro das Glas).

Originell geht es bei den Hauptgerichten weiter. Das Surf and Turf auf Schwäbisch entpuppt sich als Maultaschen und Riesengarnelen auf fast unverschämt dicken Spargelstangen – leider schmeckt die Sauce Hollandaise säuerlich (19,80 Euro). 180 Gramm Rinderpatty, Speck, Salat und Sauerrahm-Senfsauce im Vollkornbrötchen vereint der Himmelreichburger, dazu gibt es Steakhouse Frites (13,80 Euro). Der Rems-Rostbraten überzeugt uns nicht so recht: Das Steak vom Färsenrind ist nicht wie bestellt englisch-medium sondern eher medium-well done. Gemüse und Bratkartoffeln sind ordentlich, aber die ebenfalls säuerliche Soße will so recht nicht passen (20,80 Euro). Dafür entschädigt uns die „Süße Verführung“: Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu (6,80 Euro).

Nächstes Mal kommen wir sonntags zum Frühstück und lassen uns eine der „Sechs Sünden“ auf der Etagère servieren. Etwa das Lachsfrühstück (11,80 Euro) und dazu aus den „Zehn Geboten“ extra Quarkschaum mit Preiselbeerkonfitüre und kandierten Cornflakes (4,50 Euro). Du sollst es dir im Himmel ja gut gehen lassen.

Die Daten

Die Bewertung

Küche ***

Service ****

Ambiente ****+1/2*

****** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.

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