Auf dem B-14-Abschnitt zwischen Waldrems und Nellmersbach wird zurzeit die westliche Fahrbahn geteert. Foto: Gottfried Stoppel

Nach den Osterferien soll der Verkehr auf die dann neu erstellte westliche Fahrbahn umgeleitet werden. Bis Ende Juni könnte die vierspurige Erweiterung bis Waldrems fertig sein.

Leutenbach/Backnang - Seit mehr als einem Jahr rollt der Verkehr vom bisherigen Ausbauende der B 14 bei Nellmersbach auf einer verschwenkten provisorischen Fahrspur in Richtung Backnang. Daneben wird an dem vierspurigen Ausbau des etwas mehr als einen Kilometer langen Teilabschnitts bis zur Kreuzung bei Waldrems gebaut. Der Baustart war zwar schon ein halbes Jahr zuvor mit einem symbolischen Spatenstich durch den Landesverkehrsminister Winfried Hermann gefeiert worden. Doch das aufwendige Vergabeverfahren verzögerte das Anrücken der Bauarbeiter. Die Maßnahme musste wegen ihrer hohen Baukosten europaweit ausgeschrieben werden. Auch danach wurde der Zeitplan immer mal wieder nach hinten korrigiert.

Vier Wochen im Zeitplan hinterher

Nun ist offenbar auch die Stuttgarter Unternehmensgruppe Wolff & Müller, die den Zuschlag erhalten hatte, leicht im Verzug. Die für Bauarbeiten schlechten Witterungsverhältnisse in den Anfangsmonaten dieses Jahres hätten zeitlich etwa vier Wochen gekostet, sagt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, das die Maßnahme für den Bund koordiniert. Vor allem Starkregen hatte den Aushub und Abtransport der Erde erschwert. Die Verkehrsfreigabe für den so bezeichneten Teilabschnitt 1.1 werde sich deshalb vermutlich entsprechend verschieben. Angepeilt ist nun Ende Juni.

Bis dahin muss allerdings noch einiges erledigt werden. In dieser und der kommenden Woche soll die westliche Fahrbahn der künftig vierspurigen B 14 fertiggestellt werden. Dann, in der Woche nach den Osterferien, soll der Verkehr in beiden Richtungen über diese neu angelegten zwei Fahrstreifen umgeleitet werden, damit die provisorische Route wieder zurückgebaut und die östliche Fahrbahn anlegt werden kann.

Ende Juni soll der Verkehr also dann auf jeweils zwei Fahrspuren in beiden Richtungen fließen können – dies allerdings nur bis zur Kreuzung Waldrems. Die Streckenplanung für den noch deutlich aufwendigeren Bauabschnitt zwischen Waldrems und dem Anschluss Backnang-West sei derzeit in Arbeit, sagt die RP-Sprecherin, auch geologische Gutachten würden zu Teilen bereits eingeholt. Zudem sei die Ausführungsplanung für den Bau des zweiten Murrtalviadukts in der Prüfung, beziehungsweise dem Genehmigungslauf.

Bauende frühestens 2026

Ganz nahtlos wird es nach dem Bauende des aktuellen Bauabschnitts allerdings wohl nicht weitergehen. Nach „derzeitigem Kenntnisstand“ werde der nördliche Weiterbau in Teilabschnitten vom Jahr 2019 an begonnen, so die Behördensprecherin. Auch dann werden sich tausende Autofahrer, die täglich zwischen Backnang und Stuttgart unterwegs sind, noch ein bisschen gedulden müssen. Selbst wenn alles glatt läuft, könnte der Verkehr auf der B 14 wohl frühestens von Ende 2026 an durchgehend vierspurig rollen.

Der B-14-Ausbau nach Backnang

Finanzen
Rund 150 Millionen Euro soll der vierspurige Ausbau der B 14 zwischen Nellmersbach und der Anschlussstelle Backnang-West kosten. Die Mittel dafür stehen bereit. Nachdem der Bund Ende 2015 für den ersten Bauabschnitt bis zur Alten Schule bei Maubach 42,6 Millionen Euro freigegeben hatte, tauchte ein Jahr später auch die daran anschließende Strecke überraschend im Investitionspaket für Bundesfernstraßen auf. Weitere 105 Millionen standen dem Regierungspräsidium Stuttgart, das die Maßnahme koordiniert, dadurch unverhofft zur Verfügung.

Planung
Während bis dato das fehlende Geld den Straßenausbau verhinderte, war man plötzlich vor eine neue Situation gestellt: Die Planung kam den neu geschaffenen Tatsachen kaum hinterher. Bei der Umsetzung stieß man auf neue Probleme. Beispielsweise stellte man fest, dass für einen bei Waldrems benötigten Tunnel wegen der schwierigen Grundwassersituation deutlich mehr Platz benötigt wird. Es drohte eine langwierige Neuplanung. Nach intensiven Verhandlungen konnte der Besitzer eines an der Kreuzung ansässigen Möbelhauses dazu bewegt werden, einen rund zwei Meter breiten Streifen seines Grundstücks für den Straßenbau abzutreten.

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