Zur Feier der langen Shopping-Nacht wurde am Samstag ein Feuerwerk entzündet – trotz Feinstaubalarms. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei der langen Einkaufsnacht in Stuttgart ist am Samstag ein Feuerwerk gezündet worden. In Zeiten des Feinstaubalarms stößt diese Aktion auf Unverständnis und Empörung bei den Bürgern. Auf Twitter gab es heftige Kritik.

Stuttgart - Zur Halbzeit der langen Einkaufsnacht am vergangenen Samstag zündete die City-Initiative Stuttgart gegen 22 Uhr ein Feuerwerk auf dem Dach der Königsbaupassagen. Zugleich war aber auch Feinstaubalarm ausgerufen. Dies löste bei vielen Bürgern Kopfschütteln aus und führte gerade in den sozialen Netzwerken zu deutlichen Kommentaren.

Das Feinstaubradar unserer Zeitung zeigte für den Samstag jedenfalls deutlich höhere Messwerte im Vergleich zum Vortag, die amtliche Messstelle am Neckartor allerdings mit 21 Mikrogramm pro Kubikmeter im Tagesmittel niedrigere als am Vortag. Auf diese Daten beruft sich auch die Stadt. Da es direkt am Schlossplatz keine Messgeräte gibt, sind die Werte aber nur bedingt aussagekräftig. Zulässig sind im Tagesmittel bis zu 50 Mikrogramm.

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„Zur Reinhaltung der Luft kann ein Feuerwerk rechtlich nicht verboten werden. Das Feuerwerk war deshalb vom Amt für öffentliche Ordnung zu genehmigen“, so eine Sprecherin der Stadt Stuttgart. Bettina Fuchs von der City-Initiative, die das Feuerwerk veranstaltete, verweist auf die Genehmigung: „Die Belastungswerte sind im Vergleich zu einem Silvester-Feuerwerk so gering, dass wir die Besucher, die sich auf das Feuerwerk gefreut hatten, nicht enttäuschen wollten. Wir haben kein schlechtes Gewissen.“

Viele Stuttgarter üben Kritik

Für viele Stuttgarter steht jedoch fest: Feuerwerk und Feinstaubalarm passen eigentlich nicht recht zusammen. Mit ihrer Kritik halten sie daher auch nicht hinter dem Berg. „Das ist der Treppenwitz des Jahres“, kommentiert eine Leserin auf Facebook. Auch sonst ist die Empörung groß: Schließlich sollen die Bürger ja bei Feinstaubalarm ihr Auto stehen lassen und beispielsweise mit der neuen Expressbuslinie X 1 in die Stadt fahren.

Wer sich daran gehalten hat, konnte dann bei der langen Einkaufsnacht ein Feuerwerk in der Innenstadt bestaunen. „Das kannst du dir nicht ausdenken“, twittert ein empörter Stuttgarter. Während des letzten Alarms hätte es auch auf dem Volksfest schon ein Feuerwerk gegeben. „Wird so nun immer auf den Alarm hingewiesen?“, regt sich ein weiterer Twitter-Nutzer auf. An die Stadt schreibt jemand: „Ihr kommt echt auf Ideen . . .“

Was die Netzgemeinde sonst noch zu der Aktion zu sagen hatte, finden Sie hier:

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