Auch wenn die Böden auf den Fildern besonders gut sind: Der mangelnde Niederschlag bereitet den Landwirten zunehmend Sorgen. Foto: dpa/Frank May

Die anhaltende Trockenheit macht Landwirten zu schaffen. Sollte es in den nächsten Wochen kräftig regnen, sind wohl keine massiven Ernteeinbußen zu befürchten. Bedenklich ist allerdings, dass die Niederschläge seit Jahren tendenziell rückläufig sind.

Filder - Markus Bauer ist von Natur aus Optimist. Auch wenn es aus Sicht des Landwirts gerne regnen dürfte, so zeichnet dem landwirtschaftlichen Ortsobmann von Sielmingen die gegenwärtige Witterung noch keine großen Sorgenfalten ins Gesicht. „Natürlich könnte ich jetzt jammern“, sagt Bauer. Das sei aber nicht sein Ding, sagt der Landwirt, der überwiegend Getreide anbaut. Er produziert aber auch Grünfutter und rechnet beim ersten Schnitt in diesem Jahr durchaus mit Einbußen. Hier sei es aber nicht allein die mangelnde Feuchtigkeit, die einen verringerten Ertrag zur Folge habe.

Geringere Erträge erwartet

Vor allem die kalten Nächte Anfang des Monats hätten den neuen Trieben des Grases erheblich zugesetzt. In Verbindung mit dem fehlenden Regen könne dies „durchaus zu zehn bis 15 Prozent Ertragseinbußen“ bei der ersten Ernte führen – „beim zweiten Schnitt kann das aber womöglich schon wieder ausgeglichen werden“, gibt sich Bauer gelassen optimistisch. Beim Getreide – Markus Bauer baut vor allem Weizen, Gerste und Mais an – werde es in diesem Jahr wohl etwas geringere Erträge geben, sagt er. Schwankungen seien in der Landwirtschaft aber üblich.

Mit Blick auf die mangelnde Feuchtigkeit sieht Bauer nicht zuletzt den starken, trockenen Ostwind sehr kritisch. „Wir sind aber noch nicht am Verzweifeln.“ Für den frisch gesäten Mais hofft er, dass es in den nächsten „acht bis 14 Tagen“ noch Regen gibt. Dann sei die Lage erst einmal nicht dramatisch, und alles könne sich noch gut entwickeln. Man spüre aber durchaus das trockene Jahr 2019 „und die Dürre im Jahr davor“. Die Böden hätten sich davon noch nicht erholt, große Reserven an Feuchtigkeit gebe es nicht mehr. Aber immerhin sei es bei sandigen, kiesigen Böden andernorts deutlich schlimmer „als bei dem guten Lössboden auf den Fildern“, urteilt der Sielminger Landwirt.

Beregnung nötig

Hoffnung schwingt auch bei seinem Kollegen Ernst Schumacher aus Bernhausen mit. Die Feuchtigkeit fehle zwar, sagt der Landwirt, der nicht zuletzt Salat anbaut, man sei aber in der glücklichen Lage, dass man mit der Situation umgehen könne. „Aber ohne zu beregnen, geht da grade nichts“, sagt er.

Positiver schaut der Landwirt auch nach vorne, da er inzwischen guter Dinge ist, dass die benötigten Saisonarbeitskräfte größtenteils zum Einsatz kommen können. „Sie sollen schon in Kürze kommen – mit dem Flugzeug“, sagt der Bernhauser Ortsobmann. Auch hätten sich viele Freiwillige gemeldet, die im Falle eines Totalausfalls von Saisonarbeitskräften bereit seien, die Landwirtschaft zu unterstützen. „Aber der Salat ist halt schon weit unten“, sagt Schumacher. Da, so schätzt er, mache jemand, der diese Arbeit nicht gewohnt sei, bei allem gutem Willen nicht sehr lange mit.

Gehrung: „Leicht wird dieses Jahr nicht“

Michael Gehrung, der landwirtschaftliche Ortsobmann in Plieningen, sieht die Probleme vieler Landwirte in Deutschland sehr wohl. Auf den Fildern, so sagt er, sei man angesichts der guten Böden aber noch in einer deutlich besseren Lage. „Was bereits Wurzeln gezogen hat, kommt wohl davon“, mutmaßt der Landwirt, der die Sorgen jener Kollegen sieht, die Salat oder Filderkraut anbauen und viel Wasser brauchen. „Es wird sicher ein Jahr werden, in dem wir mehr beregnen müssen“, sagt Gehrung mit Blick auf die Wetterprognosen für die nächste Zeit. Aber auch er möchte nichts dramatisieren, wenngleich klar sei: „Leicht wird es dieses Jahr für uns nicht.“

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