Im Landtag von Baden-Württemberg sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Die Parteien konnten zwar teils ihren Frauenanteil unter den Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl 2021 steigern. Doch eine Gleichstellung zeichnet sich nicht ab.

Stuttgart - Frauen bilden auch bei der anstehenden Landtagswahl im Jahr 2021 die Minderheit unter den Kandidatinnen und Kandidaten. Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, dürfte keine der größeren Parteien auf einen Frauenanteil von 50 Prozent kommen. Zwar sind noch nicht alle Nominierungen in den 70 Wahlkreisen abgeschlossen. Aber es zeichnet sich bereits ein Trend ab. Den höchsten Frauenanteil unter den Erstkandidaten können bislang die Grünen, die ihr Kandidatentableau bereits komplett haben, mit rund 46 Prozent vorweisen. Bei der SPD liegt der Anteil bei 34 Prozent. Dort steht noch eine Nominierung im Wahlkreis Pforzheim aus, wo Ex-Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück gegen Annkathrin Wulff antritt.

 

CDU hat Frauenanteil deutlich gesteigert

Die CDU hat ihren Frauenanteil gegenüber der letzten Landtagswahl ebenfalls gesteigert. Die Zahl von 22 Erstkandidatinnen (31,4 Prozent) veröffentlichte die Frauen Union bereits auf ihrer Facebook-Seite. Eine Sprecherin der Partei wollte das noch nicht bestätigten. Die Nominierungen seien noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Linke dürfte ihr Ziel, die Hälfte der Erstkandidaturen mit Frauen zu besetzen, verfehlen und auf 33 Prozent kommen. Zwei Nominierungen stehen aus. Bei der FDP sind gut ein Fünftel der bisherigen Erstkandidaten Frauen. Die AfD reagierte nicht auf die Anfrage unserer Zeitung. Unter den Zweitkandidaten ist der Frauenanteile teils höher, es kandidieren aber dennoch mehr Männer.

Das baden-württembergische Landtagswahlrecht sieht nur Erst- und Zweitkandidaten vor. Wer in einem der 70 Wahlkreise die Stimmenmehrheit hat, gewinnt das Mandat. 50 Mandate werden über ein System vergeben, bei dem die Mehrheiten der Parteien im Land und im Regierungsbezirk berücksichtigt werden. Hinzu kommen Überhangmandate. Der Frauenanteil im baden-württembergischen Landtag liegt bei 25,9 Prozent – einer der niedrigsten Werte bundesweit.

Eine Reform des Landtagswahlrecht, um mehr Frauen ins Parlament zu bringen, scheiterte. Die CDU-Fraktion blockierte das Vorhaben und erntete Kritik auch innerhalb der Partei. Die Vorsitzende der Frauen Union, Susanne Wetterich, etwa sagt: „Wir als Frauen Union halten an der Forderung einer Änderung des Wahlrechts fest.“