Auch schwäbische Kabarettisten wie Christoph Sonntag kommen gern nach Fellbach. Foto:  

Der Kunstverein Fellbach bereichert seit 30 Jahren mit Musik und Ausstellungen das Fellbacher Kulturleben.

Fellbach - Jubiläum im Kellergewölbe: Am 8. Juli des Jahres 1986 war es soweit, der Kunstverein Fellbach wurde gegründet. Knut Matzen, Tierarzt und engagierter Gemeinderat in Fellbach mit Vorliebe für Kultur, sah seinerzeit die Notwendigkeit, einen Verein zum „Zweck der Förderung von Kunst und Kultur, der Künstler und des allgemeinen Kunstverständnisses durch Ausstellungen, Vorträge und sonstige kunst- und kulturfördernde Tätigkeiten und Veranstaltungen“ ins Leben zu rufen.

Für die Gründung trommelt Knut Matzen sieben Mann zusammen

Matzen trommelte dazu sieben Personen zusammen, so viele schreibt das Gesetz für eine Vereinsgründung vor. „Der siebte Mann war ich“ erinnert sich der Fellbacher Wolfgang Mayer an den Sommerabend 1986, als er kurzfristig in eine Gaststätte nach Korb gerufen wurde. Auch Grafik-Designer Wolfgang Bergmann hat die Anfänge des Kunstvereins noch lebhaft vor Augen, von ihm stammt das schwungvolle K, das der Verein bis heute als Logo verwendet.

Mitte der 1980er Jahre war Fellbach keine Stadt, der es an kulturellen Angeboten fehlte. Das städtische Kulturamt hatte seine Arbeit bereits aufgenommen, die Kulturgemeinschaft Fellbach war seit vielen Jahren anerkannter Garant und geschätzter Anbieter und Organisator von kulturellen Veranstaltungen.

Etabliert haben sich die Disziplinen Kunst, Musik, Literatur und Theater

Knut Matzen war das nicht zu wenig, aber er und ein paar Fellbacher Kulturinteressierte und -beflissene meinten, dass es dabei nicht bleiben dürfe und „für jüngere Leute etwas geschehen solle“. In den Statuten des Kunstvereins liest sich das wie folgt: „Zweck des Kunstvereins ist die Unterstützung und Veröffentlichung zeitgenössischer Äußerungen von Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film, Fotografie, Video, Design und Architektur, sowie die Förderung entsprechender interdisziplinärer Begegnungen und deren Hervorbringung.“ Die Idee für den Kunstverein war geboren, federführend war Knut Matzen, er übernahm den Vorsitz in dem neu gegründeten Verein. Etabliert haben sich die Disziplinen Kunst, Musik, Literatur und Theater.

Mittlerweile zählt der Kunstverein (KV) mehr als 200 Mitglieder, darunter viele aktive Künstler. Von Anfang an war das Zuhause des Kunstvereins das Gewölbe in der Cannstatter Straße. Es gehört dem KV-Mitglied Ottmar Schnepp, er hat es an den Verein vermietet – in den Anfangsjahren jeweils für Einzelveranstaltungen, mittlerweile ganzjährig. Trotz dieser festen Location ist der KV in der ganzen Stadt aktiv und bespielt auch andere Lokalitäten zwischen Kappelberg und Oeffingen, auch unter freiem Himmel.

Zum Zehnjährigen sollte auch Loriot kommen

Der Kunstverein ist neugierig, für viele Künstler bot er die Möglichkeit, sich erstmals darzustellen. Junge Künstler hatten hier ihren ersten Auftritt, im Jahr 1987 etwa der Waiblinger Kabarettist Christoph Sonntag. Hans-Dieter Hüsch, Uli Keuler, Lisa Fitz, Konstantin Wecker, Emil Steinberger und Gerhard Polt kamen auf Einladung des Kunstvereins in die Stadt, teilweise buchte der Kunstverein wegen des großen Zuspruchs angesichts dieser Hochkaräter auch die Schwabenlandhalle. Auch Loriot sollte kommen, zum Zehnjährigen des Kunstvereins, 1996. Aber Loriots Terminkalender war schon voll, was er offensichtlich sehr bedauerte. Dokumentiert ist diese Episode in einem vergnüglichen Briefwechsel, den der langjährige Erste Vorsitzende Knut Matzen in seinem Archiv hat.

2013 hat Knut Matzen den Vorsitz an seine Tochter Tina übergeben. Das ermöglicht ihm, sich weiter einzubringen. Es geht gut voran mit dem gemeinnützigen Verein, der in 30 Jahren zu einer festen Größe im Fellbacher Kulturleben geworden ist. Das Jubiläum ist Anlass für ein volles (Klein-)Kunst-Programm, das seinen Höhepunkt in einer Kunstausstellung an drei Standorten erleben dürfte. Sie findet im Gewölbe des Kunstvereins, im Rathaus-Foyer und in der Städtischen Galerie statt, wird am 18. November im Fellbacher Rathaus eröffnet und verspricht ein Wiedersehen mit Kunstwerken, die in den vergangenen drei Jahrzehnten an der Geschichte des KV mitbeteiligt waren.

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