In Hongkong konnte die Art Basel im November 2020 mit Masken- und Abstandsregeln Kunst auch außerhalb des Netzes präsentieren. Foto: imago images/ZUMA Wire/Dickson Lee

Der Online-Handel mit Kunst hat während der Pandemie einen Aufschwung genommen. Trotzdem leidet die Branche.

Zürich - Online-Verkäufe von Kunstwerken und Antiquitäten haben im Corona-Jahr 2020 einen Höhenflug erlebt. Dieser Trend konnte jedoch den Absturz des globalen Kunstmarktes nicht verhindern, wie die Kunstmesse Art Basel und die Schweizer Bank UBS in ihrem jährlichen Branchenreport berichteten.

Online-Volumen verdoppelt sich

Weltweit seien demnach im Vorjahr 50,1 Milliarden US-Dollar (41,9 Milliarden Euro) umgesetzt worden - ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zu 2019, als Galerien, Messen und Auktionshäuser noch offen waren. Die Schätzung beruht unter anderem auf einer Umfrage unter rund 2600 Millionären aus Nordamerika, Europa und Asien.

Der Wert der Online-Verkäufe verdoppelte sich auf 12,4 Milliarden Dollar, der Anteil dieses Marktsegments stieg von neun auf 25 Prozent. Soziale Netzwerke spielten dabei eine wichtige Rolle. Rund ein Drittel der Sammler verwendeten im Vorjahr Instagram für ihre Einkäufe, schrieben die Branchenbeobachter. Fast alle Kunden besuchten auch virtuelle Online-Schauräume. Laut Umfrage ziehen jedoch die meisten trotzdem einen persönlichen Galeriebesuch vor.

USA weiter größter Markt

Die USA konnten 2020 ihren Spitzenplatz als größter Kunstmarkt der Welt behaupten, weit vor Großbritannien und der chinesischen Region mit China, Hongkong und Taiwan. Bei öffentlichen Auktionen überholte diese asiatische Region jedoch die USA im Vorjahr mit einem Marktanteil von 36 Prozent.

Die Corona-Krise hat die Lust auf Bilder, Skulpturen und Installationen wohl nicht nachhaltig gedämpft. Zwei Drittel der Befragten gab an, dass ihr Interesse am Sammeln während der Pandemie gestiegen sei. Mehr als die Hälfte plant dieses Jahr weitere Käufe.

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