Kunstgebäude Stuttgart Nils Schmid: „Halte nach wie vor viel von dem Projekt“

Von nbf 

SPD-Landesvorsitzender Nils Schmid will eine offene Debatte über das Kunstgebäude Foto: Kraufmann
SPD-Landesvorsitzender Nils Schmid will eine offene Debatte über das Kunstgebäude Foto: Kraufmann

In der Koalition aus Grünen und CDU gibt es Pläne, das Kunstgebäude Stuttgart als spartenübergreifendes Forum der Künste zu ent­wickeln. Rückenwind kommt jetzt von dem früheren Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Die CDU zeigt sich zurückhaltend.

Stuttgart - Wie von unserer Zeitung berichtet, setzt das von Theresia Bauer (Grüne) geführte Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst darauf, das Kunstgebäude am Schlossplatz in Stuttgart als spartenübergreifendes Forum der Künste zu ent­wickeln. Überzeugen muss Bauer hierbei zunächst einmal den Koalitionspartner CDU.

Derweil kommen aus der Opposition positive Signale. „Ich halte nach wie vor viel von diesem Projekt“, sagt Nils Schmid unserer Zeitung. Als Finanz- und ­Wirtschaftsminister der vorherigen Grün-Roten Koalition hatte der SPD-Landesvorsitzende die Idee im Herbst 2015 ­energisch mit vorangetrieben.

Als „große Herausforderung“ sieht Schmid, der nun als kulturpolitischer Sprecher der SPD im Landtag agiert, den „künstlerischen Inhalt und die Abbildung in einer angemessenen Struktur“. Und Schmid ist sich sicher: „Knackpunkt wird die Frage sein, wieviel kostet das, was für den Erfolg notwendig ist, im normalen ­Betrieb“.

„Offene Diskussion notwendig“

Erwartungsgemäß fällt denn auch bei Schmid, jüngst zum Kuratoriumsvorsitzenden der Kunststiftung Baden-Württemberg gewählt, das Wort von einer „schlanken Struktur“. Und auch ein anderes Wort kennt man: Es sei, sagt Schmid mit Blick auf die vielen offenen Finanzierungsfragen, „ein enger Fahrplan“. ­Tatsächlich sind die Gelder für 2017 weitgehend verplant, doch selbst wenn das Projekt in den Doppelhaushalt 2018/2019 eingebracht werden soll, drängt die Zeit. Die Zahlen müssen schließlich „belastbar“ sein.

„Umso mehr“, sagt Schmid zuletzt, „ist eine offene Diskussion notwendig“. Auch und gerade, da 2015 eine Zahl schon öffentlich geworden sei. „Bis zu zwei Millionen Euro“ jährlich im laufenden Betrieb – „das“, sagt Schmid, „halte ich für sehr ambitioniert“. Überzeugt ist er derweil unabhängig von jedweden Folgeplanungen im Kunstgebäude Stuttgart vom Fortgang des Rückbaus: „Der Plenarsaal ist freigeräumt“, sagt Schmid. Im historischen Kuppelsaal des Kunstgebäudes könnte also bald wieder diskutiert werden. Nicht über parlamentarische Fragen, sondern über die Zukunft dieses zentralen Ortes der Landeshauptstadt.

Zurückhaltung in der CDU

Zurückhaltend äußert sich die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag. „Das Thema“, sagt Sabine Kurtz, „findet sich nicht im Koalitionsvertrag.“ In den Koalitionsgesprächen zwischen Grünen und CDU aber sei das Thema Kunstgebäude „angerissen“ worden.

Man wolle jetzt gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine Konzeption erarbeiten. Bisher, so Kurtz, kenne sie „lediglich eine grobe Ideenskizze von April 2015“. „Wir verschließen uns nicht“, betont die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete, ergänzt aber „angesichts des zu erwartenden Umfangs des Vorhabens“, dass „man hier in Ruhe darüber nachdenken sollte“. In der von der Projektgruppe für die Weiterentwicklung des Kunstgebäudes zwischen März 2017 und Ende 2018 angestrebte Interimsphase sieht Kurtz „eine gute Möglichkeit, noch einmal zu überlegen, was geht und was nicht“.

Lesen Sie jetzt