Die Marmorskulptur „Jupiter und Antiope“ von Francesco Pozzi stand von 1844 an in der Westgrotte der Villa Berg. Foto: Archiv

Im Auktionskatalog stand die Marmorskulptur 2010 für 15 000 Euro, der SWR erlöste 66 500. Nun will die Stadt Stuttgart „Jupiter und Antiope“ von Francesco Pozzi in London zurückkaufen. Das wird teuer.

Stuttgart. - Im Jahr 2015 hat die Landeshauptstadt die Villa Berg im Stuttgarter Osten für 300 000 Euro gekauft. Mehr als 60 Millionen Euro sollen in die Sanierung und den Ausbau des Kulturdenkmals und der vorgelagerten Tiefgarage sowie den Abriss der ehemaligen SWR-Fernsehstudios im Park der Villa investiert werden. Der Abriss beginnt im November.

Ein Teil der alten Pracht der früheren Sommerresidenz des württembergischen Kronprinzenpaares soll wiederhergestellt werden. Auch durch Kunstwerke, die Gebäude und Park einst bereicherten. Dazu plant die Stadt den Kauf der Marmorskulptur „Jupiter und Antiope“ von Francesco Pozzi aus dem Jahr 1828. Sie gilt als dessen Hauptwerk und stand von 1844 an in der Westgrotte der Villa – bis der Gebäudeeigentümer SWR damit wenige Jahre sein Foyer schmückte und sie 2010 vom Auktionshaus Nagel für 66 500 Euro versteigern ließ.

Nun will die Stadt sie vom Londoner Auktionshaus Cesare Lampronti erwerben – für bis zu 290 000 Euro (samt Transport und Lagerung). Weil der SWR, um eine Beteiligung angefragt, die kalte Schulter zeigt, will die Stadt den damaligen Verkauf rechtlich prüfen lassen. Christoph Ozasek (Linke) kritisierte im Technikausschuss das Verhalten des Senders als „unglaublichen Vorgang“.

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