Bezahlen mit Kreditkarte außerhalb der EU wird in der EU bald billiger Foto: dpa

Wer in Europa mit außereuropäischen Kreditkarten bezahlt, musste bisher saftige Gebühren hinblättern. Das wird sich nun ändern. Das teilte die EU-Kommission am Montag mit.

Brüssel - Die Gebühren für Einkäufe in Europa mit außereuropäischen Kreditkarten fallen künftig erheblich niedriger aus. Entsprechende Zusagen der Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard seien akzeptabel, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Die Bankenentgelte sänken damit um rund 40 Prozent.

Die Gebühren - MIF genannt - erheben Banken bei Kreditkartenzahlungen für die Verrechnung. Die EU-Wettbewerbshüter hatten 2015 gegen Mastercard und 2017 gegen Visa Bedenken vorgebracht. Dabei ging es um Gebühren beim Einsatz von Kreditkarten aus Ländern außerhalb Europas. Die Brüsseler Behörde nannte als Beispiel einen amerikanischen Touristen, der in einem Restaurant in Belgien ein Essen mit einer Karte von Mastercard oder Visa bezahlt.

570 Millionen Euro Strafe

Der EU-Kommission zufolge wälzt die abrechnende Bank die Gebühren auf die Einzelhändler ab, die sie wiederum an die Endverbraucher weitergeben. Über den Endpreis sind dann alle Verbraucher betroffen - auch die, die keine Karten verwenden.

„Zusammen mit unserem Beschluss vom Januar 2019 über die grenzüberschreitenden Kartenzahlungsdienste von Mastercard wird dies zu niedrigeren Preisen für die europäischen Einzelhändler führen, was letztlich allen Verbrauchern zugutekommt“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Die Wettbewerbshüter hatten gegen Mastercard wegen Verstößen gegen das EU-Kartellrecht eine Strafe von 570 Millionen Euro verhängt. Aus Sicht der Behörde hatte das Unternehmen die Kosten für Kartenzahlungen innerhalb Europas künstlich in die Höhe getrieben.

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