Der Wettbewerb zwischen den Kassen über den Preis ist ungesund. Foto: dpa

Der Preiswettbewerb unter den Krankenkassen bringt den Patienten nichts, findet Politikredakteur Willi Reiners. Es müsste um die beste Versorgung gehen.

Stuttgart - Das neue Jahr meint es gut mit den Krankenversicherten. Alle werden entlastet, weil die Arbeitgeber wieder genau die Hälfte des Gesamtversicherungsbeitrags übernehmen müssen. Seit 2005 waren die Arbeitgeber beim kassenindividuellen Zusatzbeitrag außen vor geblieben – die Versicherten hatten ihn ganz allein zu tragen. Schwarz-Rot macht das nun rückgängig. Das ist vertretbar, weil die Wirtschaft brummt.

Zusatzbeitrag ist wichtig

Viele Versicherte werden sich zudem freuen, weil ihre Kasse den Zusatzbeitrag senkt. Alle Anbieter müssen diesen Extra-Obolus erheben, weil die in ihrer Höhe umstrittenen, teils willkürlichen Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht reichen, um Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen. Eine Kasse braucht mehr, eine andere weniger: Der Zusatzbeitrag ist das wichtigste Wettbewerbsinstrument der Krankenversicherung – und das ist ein Problem.

Krankenkassen werden kränker

Denn ein Wettbewerb, der allein über den Preis läuft, ist ungesund. Er behindert die Konkurrenz um die beste Versorgung. Darum müsste es in unserem Gesundheitswesen gehen, tatsächlich aber ist so etwas allenfalls in Ansätzen vorhanden. Auch im neuen Jahr werden deshalb junge und gesunde Versicherte den niedrigsten Zusatzbeiträgen folgen, und die kranken Kassen werden noch etwas kränker.

willi.reiners@stzn.de

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