Im Kreis Ludwigsburg gibt es keinen Gelben Sack – stattdessen Wertstoffhöfe und Tonnen. Foto: factum

Im Vergleich zu anderen Landkreisen ist der Müll in Ludwigsburg sehr teuer. Das liegt auch an den Doppelstrukturen von Wertstoffhöfen und dem Abholsystem à la „Rund und flach“.

Ludwigsburg - Vergleicht man den Müllgebührenbescheid für 2018 und 2019, schlägt sich die Erhöhung nur in drei Euro nieder. Das ist ein moderater Betrag für ein breites Entsorgungsangebot. Doch im Vergleich zu 2016 zahlen die Haushalte bereits im Schnitt 17 Euro mehr. Im Vergleich zu anderen teils ländlich strukturierten Landkreisen sind 166 Euro pro Otto-Normal-Haushalt schon relativ viel.

Selbst wenn man sich mit dem Landkreis Böblingen vergleicht, der ebenfalls unverdrossen auf Wertstoffhöfe und noch mehr als Ludwigsburg auf das individuelle Anliefern setzt: Auch dann ist Ludwigsburg deutlich teurer. Nun muss der Fairness halber gesagt werden: Die Kreispolitiker können nicht einfach einen Hebel umlegen und alles wird günstiger. Vor allem die steigenden Deponie-Nachsorgekosten sind unabwendbar. Allerdings ist klar, dass das Doppelsystem von Wertstoffhöfen und Abholtonnen nach der Systematik à la „Rund und flach“ viel Geld kostet. Für Personal, Infrastruktur und Material.

Niemand stellt die Doppelstruktur in Frage

Dies will auch im Kreistag niemand infrage stellen. Allerdings trägt es kaum zur Müllvermeidung bei, wenn die Grundgebühr wie in diesem Jahr angehoben wird. Das verführt dazu, die ohnehin dastehende Tonne einfach vollzumachen.

Es ist zu überdenken, ob man nicht dem Beispiel anderer Landkreise oder dem der Stadt Stuttgart folgen soll. Tonnen für Restmüll, Papier und Bioabfall – der Rest landet im Gelben Sack. Das ist nicht nur günstiger, sondern für Neubürger auch deutlich leichter zu verstehen.

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