Die Verwaltung will solche Bilder in Stuttgart vermeiden. Reinigungskräfte haben deshalb allein 2017 Hunderte Tonnen Müll beseitigt, bevor er zu Bergen anwuchs. Foto: dpa

Der Appell, sich an die Sperrmüllregeln zu halten, wird wilde Deponien nicht vermeiden. Die Stadt Stuttgart müsste wenig Mittel bereitstellen für eine zentrale Abgabestelle.

S-Mitte - Es ist wie beim Überqueren der Straße bei Rot. Die meisten sind sich bewusst, dass sie eine Ordnungswidrigkeit begehen. Doch wenn nicht zufällig ein Polizeiauto um die Ecke biegt, ist das Risiko erwischt zu werden für viele verlockend gering. Die Sachlage ist ähnlich, wenn Bürger Gebrauchtes mit einem „Zu Verschenken“-Schild an einer Straße deponieren oder zu einem beantragten Sperrmüll hinzustellen.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamts tun sich schwer, Verantwortliche zu ermitteln. Hunderte Tonnen wilder Müll fielen 2017 in der Stadt an. Doch die Stadt strengte gerade 142 Bußgeldverfahren an. Sie sollte sich fragen, ob ihre Angebote zur Entsorgung noch dem Bedarf entsprechen. Es gibt viele Singlehaushalte in der Innenstadt. Alleinstehende bevorzugen meist kleinere Wohnungen. Nicht jede verfügt über einen Abstellraum. Wer Gebrauchtes nicht mit dem Auto zum Wertstoffhof transportieren kann, muss es in der Wohnung abstellen, bis die Stadt den Sperrmüll abholt.

Der Onlineverschenkmarkt des städtischen Eigenbetriebs AWS ist da hilfreich. Denn der alte Kram der einen kann anderen nützlich sein. Die Stadt könnte es Bürgern leichter machen durch eine zentrale Abgabestelle in der Innenstadt etwa in Form eines Second-Hand-Kaufhauses. Laut AWS gibt es dafür weder Geld noch Personal. Bürger könnten die Sache aber selbst in die Hand nehmen. Die Stadt müsste ein solches Projekt sicher mit Starthilfe und Beratung flankieren. Ihre Ausgaben könnten aber sinken, wenn so weniger wilde Deponien anfallen.

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