Johannes Schmalzl steht vor einer schwierigen Aufgabe. Foto: dpa

Dass die Kakteen-Gruppe die Wahl von Johannes Schmalzl zum neuen Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart nicht wieder platzen lässt, ist ein positives Zeichen, meint Ulrich Schreyer.

Stuttgart - Jetzt hat es also doch noch geklappt: Johannes Schmalzl ist zum neuen Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart bestellt worden. So sicher war dies nicht. Noch im Vorfeld der Wahl war die Unsicherheit darüber groß, ob die Bestellung des früheren Stuttgarter Regierungspräsidenten wenigstens im zweiten Anlauf gelingen würde. Bei der zweiten Auflage der Wahl sind aber immerhin so viele Vollversammlungsmitglieder erschienen, dass auch ein Auszug der Kakteen-Gruppe die Beschlussfähigkeit nicht gefährdet hätte. So konnten diese nur gegen Schmalzl stimmen, hatten aber sonst nichts in der Hand.

Lockerungsübungen sind möglich

Ob es mit der seit März amtierenden Präsidentin Marjoke Breuning und ihrem künftigen Hauptgeschäftsführer tatsächlich zu einer Aufweichung der verhärteten Fronten kommt muss, sich erst noch weisen. Schmalzl wird sich noch öfters daran erinnern müssen, dass er als einstiger Chef des Regierungspräsidiums Stuttgart einen Ausgleich unterschiedlichster Interessen vermitteln musste – und dass dies eine ganze Menge Geduld erforderte. Ein Ende der Auseinandersetzungen – etwa um die von der Kakteen-Gruppe kritisierte Pflichtmitgliedschaft – wird er aber nicht erreichen können. Über das, was die Kakteen-Gruppe als „Zwangsmitgliedschaft“ bezeichnen, entscheidet nicht eine einzelne Kammer – darüber entscheidet der Gesetzgeber. Noch wichtiger für die tägliche Arbeit aber ist Anderes: Die Kakteen leben von der Kritik, sie sind geradezu zur Kritik verdammt – sonst machten sie sich selbst überflüssig. Und schon deswegen werden sie oft einfach nicht nachgeben können. Immerhin aber besteht mit dem neuen Führungsduo an der Kammerspitze die Chance auf erste Lockerungsübungen.

Nicht jedes Mitglied wirkt mit

Auch wenn der neue Hauptgeschäftsführer nun gewählt ist, bleibt ein Wermutstropfen: 15 Mitglieder der Vollversammlung sind erst gar nicht erschienen – wer nicht kam, hat immerhin riskiert, dass die Wahl wieder platzen könnte. Wieder andere Mitglieder der Vollversammlung nahmen zwar an der Sitzung teil, glänzten aber bei der Abstimmung dann durch Abwesenheit. Gewählt wurden aber auch sie für die Mitwirkung an den Kammergeschäften – nicht für den Verzicht darauf.

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