Klaus-Peter Murawski (Grüne) (rechts im Bild) hat hat aus gesundheitlichen Gründen und auf ärztlichen Rat seine Versetzung in den Ruhestand beantragt. Foto: dpa

Er gilt als Strippenzieher und erfahrener Verwaltungsfachmann in der Landespolitik: Staatsminister Klaus-Peter Murawski will aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen.

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verliert einen seiner wichtigsten Mitarbeiter. Staatsminister Klaus-Peter Murawski (Grüne) hat aus gesundheitlichen Gründen und auf ärztlichen Rat seine Versetzung in den Ruhestand beantragt. Das teilte das Staatsministerium am Dienstag in Stuttgart mit. Der 68-Jährige scheidet demnach zum 31. August 2018 aus dem Amt aus.

„Ich bedaure außerordentlich, Klaus-Peter Murawski demnächst nicht mehr an meiner Seite zu haben“, erklärte Kretschmann. Murawski gilt als Strippenzieher und erfahrener Verwaltungsfachmann in der Landespolitik. Als Chef des Staatsministeriums ist er der ranghöchste Beamte in der Regierungszentrale in Stuttgart.

Wegen Klinikaffäre in die Kritik geraten

Staatsminister Murawski war zuletzt im Zuge eines Skandals um das Stuttgarter Klinikum in die Kritik geraten. Kretschmann nahm ihn gegen Vorwürfe der Opposition in Schutz. „Er hat mein volles, mein ungeteiltes Vertrauen, und ich habe keinerlei Zweifel an seinen Darstellungen zu den Fragen des Klinikums Stuttgart“, hatte Kretschmann im Juni gesagt.

An Murawski gingen Fragen, inwieweit er als ehemaliger auch für Krankenhäuser zuständiger erster Bürgermeister in Stuttgart über Unregelmäßigkeiten in der internationalen Abteilung des Stuttgarter Klinikums informiert war. Murawski hatte betont, davon nichts gewusst zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Untreue, Betrug und Bestechlichkeit gegen 21 aktive oder ehemalige Klinikmitarbeiter und Gesundheitsdienstleister - aber nicht gegen Murawski. Laut Medienberichten legten E-Mails von 2015 und 2016 nahe, dass Murawski - anders als von ihm dargestellt - ins Krisenmanagement zu den Vorgängen am Klinikum eingebunden gewesen sein könnte.

Kretschmann würdigt Murawskis Arbeit

Die Landtags-FDP hatte zu dem Komplex eine Landtagsdebatte beantragt. Sie wurde aber verschoben, nachdem bekannt geworden war, dass Murawski aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit ausfällt.

Kretschmann würdigte die Arbeit Murawskis in den vergangenen mehr als sieben Jahren. „Er war mir gewichtiger Rat- und Ideengeber, Vertrauensperson, Problemlöser und ein exzellenter Verwaltungschef“, teilte Kretschmann mit. „Klaus-Peter Murawski hat mir mein Haus organisiert, politische Wege bereitet und an erster Stelle dazu beigetragen, dass Baden-Württemberg auch im Bund und bei den anderen Ländern einen hervorragenden Ruf genießt.“ Er behalte einen Freund - auch wenn er ihn als Beamten verliere. Die Nachfolge müsse noch geregelt werden.

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