Die Anklage gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn steht offenbar kurz vor dem Scheitern.

New York - Die Anklage gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, wegen versuchter Vergewaltigung steht einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Scheitern. Die „New York Times“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Justizkreise, die Strafverfolger hielten die Aussagen des mutmaßlichen Opfers für wenig glaubwürdig. Die Putzfrau habe in der Vergangenheit mehrfach gelogen, meldete das Blatt weiter. Die Anwälte des Franzosen und die Ankläger hätten sich am Donnerstag getroffen und berieten nun darüber, ob die Verbrechens-Vorwürfe gegen Strauss-Kahn fallengelassen werden sollten. 

Ein Gewährsmann sagte der dapd am Donnerstag, die millionenschwere Kaution werde bei einem Gerichtstermin am Freitag drastisch reduziert werden. Ein weiterer Gewährsmann hatte der dapd gesagt, Strauss-Kahns Kautions- und Hausarrestauflagen würden wahrscheinlich gelockert. Strauss-Kahns Anwalt, William Taylor, sagte nur, die Anhörung sei anberaumt worden, um den Kautionsplan zu prüfen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern.

Entlassung aus dem Hausarrest sei möglich

Staatsanwaltschaft und Verteidigung dürfen die Kautionsentscheidung zu jedem Zeitpunkt in einem laufenden Verfahren vom Richter überprüfen lassen. Auch eine Entlassung aus dem Hausarrest sei möglich, bericht die „New York Times“ weiter. 

Strauss-Kahn war im Mai verhaftet worden, nachdem ihn die Hotelangestellte angezeigt hatte. Es gibt forensische Beweise dafür, dass es zu sexuellem Kontakt zwischen dem Banker und der Putzfrau gekommen ist. Nach anfänglichem Leugnen jeder sexuellen Begegnung waren die Anwälte Strauss-Kahns nach Bekanntwerden der Sperma-Spuren auf der Kleidung der Frau dazu übergegangen, von freiwilligem Sex zu sprechen. Strauss-Kahn war in der Untersuchungshaft von seinem Posten als IWF-Chef zurückgetreten. Gegen eine hohe Kaution und das Tragen einer elektronischen Fessel war er aus der Untersuchungshaft freigekommen. Er hatte als aussichtsreichster Herausforderer der französischen Sozialisten gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy bei den nächsten Präsidentenwahlen gegolten.

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