Klage gegen die Weinstein-Brüder New Yorks Staatsanwaltschaft wird deutlich

Von Thomas Klingenmaier 

Harvey Weinstein sieht sich seit Monaten schweren Vorwürfen ausgesetzt – und nun hat auch die Staatsanwaltschaft von New York eine umfangreiche Klage gegen ihn eingereicht.Foto: dpa Foto:  
Harvey Weinstein sieht sich seit Monaten schweren Vorwürfen ausgesetzt – und nun hat auch die Staatsanwaltschaft von New York eine umfangreiche Klage gegen ihn eingereicht. Foto: dpa

Sowohl die Brüder Bob und Harvey Weinstein als auch ihre Firma The Weinstein Company haben neue Probleme. Die Staatsanwaltschaft New York erhebt Klage. Der geplante Verkauf der verschuldeten Filmproduktionsfirma könnte scheitern.

New York - Nicht nur der Produzent Harvey Weinstein ist durch die massiven Vorwürfe sexueller Belästigung, die sich seit Monaten gegen ihn anhäufen, als aktiver Teil des Filmgeschäfts erledigt. Auch die von ihm mit gegründete Firma, The Weinstein Company (TWC), die ihn zu Beginn des Skandals vor die Tür gesetzt hat, muss mit einem gigantischen Rufschaden und noch völlig unkalkulierbaren Schadenersatzforderungen rechnen. Nun greift auch die Staatsanwaltschaft von New York ein und erhebt Klage gegen TWC als Firma und die Brüder Harvey und Bob Weinstein als Personen.

Seit spätestens Anfang November erwartete fast jeder in der Filmbranche täglich den Konkurs der nun von Bob Weinstein geführten Firma. Stattdessen laufen seit einiger Zeit seltsame Übernahmeverhandlungen mit diversen Geldgebern, die zu viel Augenreiben in Hollywood geführt haben. Die Drohung aus dem Büro der Staatsanwaltschaft ist nun laut und klar: Wer immer TWC und dessen Katalog an Filmrechten erwerbe, müsse auch eventuelle spätere Straf- und Entschädigungszahlungen übernehmen.

Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft gehören: jahrelange erpresserische sexuelle Belästigung, fortgesetzte Veruntreuung von Firmengeldern, Geschlechterdiskriminierung und die Verletzung von Bürgerrechten. Die derzeitigen Hauptinteressenten an TWC haben zwar einen Finanzplan erstellt, der von 225 Millionen Dollar bereits aufgelaufener Schulden ausgeht und einen Entschädigungstopf von 50 Millionen Dollar vorsieht. Dass diese Summe ausreichen könnte, hat aber schon vor der Anklageerhebung außerhalb der Investorengruppe niemand geglaubt.

Lesen Sie jetzt