Im Hafenkäs ist am Mittwoch Richtfest gefeiert worden. Foto: Horst Rudel

Die Stadt Kirchheim muss im kommenden Jahr wohl 485 anerkannten Flüchtlingen eine dauerhafte Bleibe bieten. Jetzt ist bei den ersten beiden zu diesem Zweck erstellten Holzhäusern das Richtfest gefeiert worden.

Kirchheim - Der Landkreis Esslingen geht davon aus, dass im kommenden Jahr rund 3000 Flüchtlinge in den Städten und Gemeinden in der kommunalen Anschlussunterbringung, das heißt auf unbestimmte Zeit, untergebracht werden müssen. Heruntergebrochen auf die rund 40 000 Einwohner zählende Stadt Kirchheim sind das , rechnet man das Kontingent des laufenden Jahres hinzu, 485 Menschen. Bisher war man im Kirchheimer Rathaus von einer Unterbringungsverpflichtung für 680 Menschen ausgegangen.

Die Häuser sollen den Menschen zur neuen Heimat werden

Nachdem die Stadt im laufenden Jahr wohl 126 Menschen ein Dach über dem Kopf bieten kann, werden weitere 68 anerkannte Flüchtlinge voraussichtlich schon Ende Februar 2017 in ihre neuen Wohnungen einziehen. Dann sollen die beiden in Holzbauweise erstellten Gebäude im Wohngebiet Hafenkäs bezugsfertig sein. Auf die Neu-Kirchheimer warten in den Gebäuden Ottenäcker 4 und 6 jeweils sechs Wohnungen. Die Einheiten sind zwischen 55 und 80 Quadratmeter groß und bieten sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien Platz. Zu jeder Wohnung gehört ein Bad und eine Küche. In den beiden Häusern werden maximal 68 Menschen eine neue Heimat finden, wobei „neue Heimat“ nach dem Willen der Oberbürgermeisterin der Stadt, Angelika Matt-Heidecker, durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Sie geht davon aus, dass die dort untergebrachten Menschen dort auf Dauer ein neues Zuhause finden werden. Um ihnen die Integration zu erleichtern, hat die Rats­chefin anlässlich des Richtfests am Mittwoch angekündigt, entsprechende Angebote im Stadtviertel schaffen zu wollen.

Der Bau eines Gebäudes kostet einer Mitteilung aus dem Rathaus zufolge rund 1,1 Millionen Euro. Über das Programm „Wohnraum für Flüchtlinge“ ist ein Landeszuschuss von 25 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt. Die Benutzungsgebühren für die Flüchtlingsunterkünfte sollen kostendeckend kalkuliert werden, sagt Andrea Edelmaier vom städtischen Sachgebiet für Öffentlichkeitsarbeit.