Endlich wieder Kino – eine Familie genießt die erste Vorstellung nach langer Zeit im Backnanger Universum. Foto: Gottfried Stoppel

Das familiengeführte Backnanger Kino Universum hat eine harte Zeit hinter sich. Die Chefin Annegret Eppler erklärt, warum die Kinos nicht schon früher geöffnet haben – und worauf sich Filmfans freuen können.

Backnang - Für Kinofreunde schien das Warten ewig – aber ein projektorgleich flimmerndes Licht am Ende der popcornfreien Zeit ist in Sicht: Seit dem 1. Juli haben viele Kinos wieder geöffnet. Auch das Universum, das familiengeführte Kino in Backnang. Die Universum-Chefin Annegret Eppler erklärt, warum die Öffnung der Kinos so lange auf sich warten ließ: „Weder Filme noch Süßwaren bekommen wir von einem Tag auf den anderen.“ Auch die Verleihfirmen der Streifen müssten schließlich kalkulieren können und würden keine Filme bewerben, die nach wenigen Tagen nicht mehr gezeigt werden könnten, falls es inzidenzbedingt wieder Schließungen gibt. „Wenn Kinos nur landkreisweise öffnen, hat der Verleih auch keine Chance, die Unsummen an Geld wieder einzuspielen.“

Welche Regeln bald im Kino gelten – und welche Filme laufen

Kinobetreiber entscheiden, ob sie nur geimpfte, getestete und genesene Gäste einlassen – oder alle, und dafür deutlich weniger Plätze belegen können. Wie viele genau hinge in diesem Fall auch von der Inzidenz ab. Deshalb hat Eppler sich für ihr Kino für das Konzept mit den „drei Gs“ entschieden. „Auf den Plätzen können die Gäste ihre Masken dann abnehmen“, sagt sie. Gruppen, die gemeinsam kommen und die Kontaktbeschränkungen befolgen, dürfen nebeneinander sitzen.

Die Filmauswahl zum Neustart wird im Universum wie folgt aussehen: Die Kids können sich über den Animationsfilm „Peter Hase 2“ freuen, an „Catweazle“ mit Otto Waalkes in der Hauptrolle werden ganze Familien Spaß haben. Bei „Rosas Hochzeit“ aus Spanien geht es romantisch-lustig zu, Actionfans ab zwölf Jahren kommen dagegen mit „Godzilla vs. Kong“ auf ihre Kosten. Und Horrorfreunde ab 16 Jahren können sich in „A Quiet Place 2“ gruseln, wenn sich grausame Aliens auf Menschenjagd begeben.

Open-Air-Kino und Livemusik beim Backnanger Kultursommer

Knapp zwei Wochen nach dem Neustart erwartet Filmfans ein besonderes Schmankerl: Es wird 2021 in Backnang ein Open-Air-Kino geben. Und zwar eines der besonderen Art: Im Rahmen des Backnanger Kultursommers lautet das Motto auf dem Hofgut Hagenbach „Open-Air-Kino und Musik“. Vier Filme werden gezeigt, jeweils mit „Vorspiel“ mit zum Film passender Musik. Der Start ist immer um 20 Uhr. Den Beginn macht am Dienstag, 13. Juli, „Das schönste Mädchen der Welt“. Das sei eine Art Cyrano-de-Bergerac-Geschichte, erklärt Annegret Eppler. In der deutschen Romantikkomödie von 2018 versucht der talentierte, aber großnasige Rapper Cyril, das Herz der schönen Roxy zu gewinnen. Das musikalische Vorprogramm kommt vom Backnanger Rap-Popper Luano.

Am Mittwoch, 21. Juli, zeigt das Universum „Der Rausch“. In seinem Herkunftsland Dänemark war der Film mit Mads Mikkelsen ein Kassenschlager – er handelt vom Selbstversuch vierer Lehrer, die austesten wollen, ob das Leben mit einem halben Promille Blutalkohol lebenswerter wird. „Und was könnte dazu besser passen als Rockmusik“, findet Eppler. Die Backnanger Band No Diggity liefert Covers von den Beatles über Billy Idol und den White Stripes.

Roadmovie und Verwechslungskomödie

Film Nummer drei kommt am Donnerstag, 22. Juli: In dem britischen Drama „Supernova“ mit Colin Firth reist das homosexuelle Paar Sam und Tusker auf den Spuren der eigenen Vergangenheit durch England – ein letztes Mal, angesichts einer niederschmetternden Diagnose. „Der Film hat berührende Elemente, aber auch Witz, eigentlich startet er erst im September“, sagt Eppler. Da es ein Roadmovie ist, fiel die musikalische Wahl auf Frau Hausmann – die Backnanger Band spielt Folkrock mit Einflüssen von Blues, Chanson und Country.

Das Finale bildet am Sonntag, 25. Juli, das Remake des Klassikers „Victor/Victoria“ in der Version von 1982 mit Blake Edwards. Darin gibt die Opernsängerin Victoria Grant sich als männlicher Frauendarsteller aus, um an Engagements zu kommen. Die Musik des Vorprogramms kommt von „Three Kiwis One Banana“ – passend zum Ambiente des Films im Sound der wilden 20er-Jahre. Also, der 1920er-Jahre.

Was das Kinojahr 2021 angeht, wird auch das Programm im „normalen“ Kino noch einiges bringen. So wird der 9. Teil der Autotuner-Actionreihe „Fast & Furious“ viele Menschen ins Kino locken – und im Winter soll die von Fans lang ersehnte Fortsetzung von Top Gun auf die Leinwand kommen.

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