Für das erste Kind erhalten Erziehungsberechtigte aktuell 219 Euro monatlich. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Das Kindergeld soll die Grundversorgung für Kinder sicherstellen. Im Januar 2021 wurde es das letzte Mal erhöht. Ist auch im Jahr 2022 mit einer Erhöhung des Kindergeldes zu rechnen?

Um die grundlegende Versorgung von Kindern in Deutschland sicherzustellen, erhalten die Erziehungsberechtigten Kindergeld. Dieses soll zu ihrer finanziellen Entlastung beitragen. Der Betrag wird dafür regelmäßig erhöht. Im Vergleich zu den Vorjahren fiel die Erhöhung des Kindergeldes 2019 und 2021 deutlich höher aus. Seit 2015 wurde der Betrag jährlich lediglich um zwei Euro angehoben, im Jahr 2019 hingegen um zehn, 2021 sogar um 15 Euro.

Seit Januar 2021 erhalten Familien mit Kindern monatlich demnach 219 Euro für die ersten beiden Kinder, 225 Euro für das dritte und 250 Euro für jedes weitere Kind. Im Mai 2021 wurde Familien ebenfalls ein einmaliger Corona-Zuschlag und Kinderbonus in Höhe von 150 Euro pro Kind ausgezahlt.

Erhöhungen im Jahr 2022

Während die Bundesregierung im vergangenen Jahr schon im Juli die Erhöhung des Kindergeldes für 2021 ankündigte, lässt sich dieses Jahr bislang lediglich darüber spekulieren, ob und inwiefern sich das Kindergeld 2022 verändern wird. Zumeist wurde der Betrag zu Beginn des neuen Jahres erhöht. Ist das auch 2022 der Fall, könnte in den nächsten Monaten mit einer Ankündigung gerechnet werden. Im Jahr 2019 allerdings wurde das Kindergeld erst im Juli erhöht. Letztes Jahr wurde der Zuschuss für Kinder nicht erneut angehoben.

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Das sagen die Parteien

Die drei Parteien, die sich momentan in Koalitionsverhandlung befinden, befürworten alle die finanzielle Unterstützung von Kindern und Familien. Ihren Plänen zufolge dürfte mit einer Erhöhung des Kindergeldes gerecht werden können.

Im Wahlprogramm der SPD ist die Rede von einem „existenzsicherndes Kindergeld“, das automatisch ausgezahlt wird, nach dem Einkommen der Familie gestaffelt ist und mindestens bei 250 Euro liegt.

Das Bündnis 90/Die Grünen befürworten eine Kindergrundsicherung, in der unter anderem Kindergeld, Kinderzuschlag und Sozialgeld zusammen gefasst werden. In einem separaten Konzept sprechen sie sich für eine Erhöhung des Geldes auf einheitlich 290 Euro im Monat aus.

Mit einem Kinderchancengeld will die FDP Familien unterstützen. Jedes Kind soll dabei einen Grundbetrag in Höhe von 200 Euro bekommen. Abhängig vom Einkommen der Eltern soll es dazu einen Flexibetrag geben, bis maximal noch einmal 200 Euro.

Anspruch auf Kindergeld haben Familien mit minderjährigen Kindern, mit Kindern in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr sowie mit arbeitslosen Kindern bis zum 21. Lebensjahr.