Das Kindergeld wird im kommenden Jahr erhöht. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Das Jahr 2021 hat einige Neuerungen und Veränderungen in petto. Was sich für die Menschen in Deutschland ändert und auf was sie sich einstellen müssen, erfahren Sie hier.

Stuttgart - Das Jahr 2021 hat einige Änderungen im Programm. Ob Kindergeld, Solibeitrag oder Einwegartikel – die Menschen in Deutschland müssen sich auch im kommenden Jahr auf einiges Neues einstellen. Welche Veränderungen auf die Bürger zukommen, stellen wir in einem Überblick vor.

Kindergeld

Viele Familien hatten es in der Corona-Pandemie nicht leicht. Für bessere Laune könnte da folgende Nachricht sorgen: Ab dem kommenden Jahr wird es eine Erhöhung des Kindergeldes um 15 Euro geben. Das beschloss der Bundestag im November. Für das erste und zweite Kind soll die Unterstützung ab Januar auf 219 Euro pro Monat steigen, für das dritte Kind ist eine Kindergeld-Erhöhung auf 225 Euro vorgesehen und ab dem vierten Kind gibt es künftig monatlich 250 Euro. Im gleichen Zug wird der Kinderfreibetrag um mehr als 500 Euro auf insgesamt 8388 Euro angehoben.

Grundrente

Lange wurde darüber diskutiert und gerungen – schließlich wurde sie im Sommer 2020 von der Großen Koalition durchgesetzt: Ab 1. Januar 2021 geht die Grundrente an den Start, die Rentner mit geringem Einkommen unterstützen soll. 75 bis 80 Euro beträgt im Schnitt der Aufschlag – er kann sich aber auch auf bis zu 400 Euro belaufen. Nach Angaben der Bundesregierung sollen rund 1,3 Millionen Geringverdiener profitieren – darunter Neu- als auch Bestandsrentner. Weitere Details und Informationen zur Grundrente finden Sie hier.

Mindestlohn

Ab dem kommenden Jahr wird der gesetzliche Mindestlohn erhöht. Statt den bisherigen 9,35 Euro brutto pro Stunde gibt es ab Januar 2021 9,50 Euro. Eine weitere Erhöhung des Mindestlohns folgt ab dem 1. Juli 2021 – dann steigt er auf 9,60 Euro pro Stunde. Stufenweise geht es weiter nach oben – so soll der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Juli 2022 bei 10,45 Euro liegen. Das beschoss das Bundeskabinett im Oktober 2020.

Solidaritätszuschlag

Gute Nachrichten gibt es auch in Sachen Solidaritätszuschlag. Dieser fällt ab dem kommenden Jahr nämlich für die meisten Bundesbürger weg – rund 90 Prozent der Zahlenden haben dadurch künftig mehr im Geldbeutel. In Zahlen bedeutete das: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.717 Euro wird ab dem Jahr 2021 kein sogenannter „Soli“ mehr fällig.

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Auf der Homepage der Bundesregierung sind dazu folgendes Beispiele zu lesen: „Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und zwei Einkommen (Jahresbrutto: 66.000 Euro und 54.800 Euro) spart ab 2021 durch den kompletten Wegfall des Soli fast 1000 Euro im Jahr. Für einen Single ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 31.200 Euro im Jahr beträgt die Ersparnis gut 200 Euro jährlich.“

CO2-Abgabe

Für einen besseren Klimaschutz hat die Bundesregierung ab 2021 eine CO2-Abgabe beschlossen. So werden Sprit, Heizöl und Erdgas ab dem kommenden Jahr teurer. Der Beschluss sieht vor, dass der Preis für eine Tonne CO2 ab 2021 zunächst 25 Euro beträgt. Nach und nach soll dieser noch steigen, bis er 2025 bei 55 Euro liegt. Eine Folge davon: der Benzinpreis wird um ungefähr 7,5 Cent steigen.

Hartz-IV

Ab Januar 2021 werden die Hartz-IV-Sätze in Deutschland erhöht. Laut dem Bundesarbeitsministerium bekommen alleinstehende Hartz-Empfänger künftig 446 Euro monatlich – rund 14 Euro mehr als bisher. Der Satz für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren wird um 45 Euro auf 373 Euro steigen, der für Kinder bis fünf Jahre auf 283 Euro – und damit 33 Euro mehr als bisher.

Einweg-Plastik

Zum Schutz der Meere und der Umwelt hat das Bundeskabinett ein Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff verabschiedet. Diese Verordnung soll am 3. Juli 2021 in Kraft treten. „Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff sowie To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus expandiertem Polystyrol (bekannt als Styropor) sind künftig nicht mehr erlaubt“, heißt es auf der Homepage der Bundesregierung.

Personalausweis

Wer im kommenden Jahr einen neuen Personalausweis beantragen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Zehn Jahre nach der Einführung des neuen Personalausweises steigen ab Januar 2021 die Gebühren für eine Neubeantragung. So werden statt des bisherigen 28,80 Euro künftig 37 Euro fällig – fast zehn Euro mehr. Die Erhöhung wird mit den gestiegenen Personal- und Sachkosten in den kommunalen Behörden begründet. Ab August des kommenden Jahres muss der neue Personalausweis zudem zwei Fingerabdrücke enthalten – diese werden auf dem Chip des Ausweises gespeichert.

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