Schnabel auf: Drei junge Schwalben verlangen nach Futter Foto: dpa

Gefundene Jungvögel brauchen meist keine Hilfe von Menschen

Stuttgart - Hast du auch schon mal einen kleinen Vogel gefunden, der irgendwo im Garten oder am Wegrand scheinbar hilflos saß? In Tierheimen und Vogelstationen werden im Frühjahr oft solche Jungvögel abgegeben. Allein das Nürnberger Tierheim musste im vergangenen Jahr knapp 40 Mauersegler und Küken diverser anderer Arten aufziehen. Die Helfer können die Aufzucht oft kaum stemmen. Dabei ist menschliche Hilfe in den meisten Fällen völlig unnötig. Viele Naturschützer sagen, dass die Tiere in den meisten Fällen sehr gut klar kommen.

Das glaubst Du nicht? Aber es ist so. Dazu muss man wissen, dass diese Jungvögel nicht von den Eltern rausgeworfen wurden oder durch einen dummen Zufall aus den dem Nest gefallen sind und nun nicht zurückfinden. Sie sind freiwillig ausgezogen. Kinder werden eben irgendwann flügge, das elterliche Nest ist ihnen mit der Zeit zu eng. Das ist bei Vogelkindern nicht anders als beim menschlichen Nachwuchs. Allerdings haben es die Jungvögel etwas eiliger: Sie verlassen ziemlich früh das Nest, nämlich dann, wenn sie ihr erstes Jugendgefieder haben.

Dann sitzen die Tiere in Sträuchern und machen sich bemerkbar. Die Bettelrufe sollen Mama und Papa anlocken. Ganz schön raffiniert: Sohn oder Tochter wohnt quasi schon woanders, aber um die Nahrungsbeschaffung sollen sich bitteschön weiterhin die Eltern kümmern. Erinnert irgendwie an junge Erwachsene mit ersten eigener Wohnung, die Papa den Kühlschrank füllen lassen oder Mama die Wäsche bringen. Dass sich die jungen Vögel über mehrere Plätze verteilen hat sogar einen guten Grund: So können nur einzelne Tiere, und nicht die gesamte Brut auf einmal, von natürlichen Feinden entdeckt werden.

Statt das Küken einzusammeln, empfehlen die Naturschützer, es erst einmal eine ganze Weile aus einer gewissen Distanz zu beobachten. Mindestens ein bis zwei Stunden. Kommt dann kein Altvogel mehr, kann man den Jungvogel mitnehmen. Sehr junge Tiere, die noch kaum Gefieder haben und aus dem Nest gefallen sind, kann man vorsichtig zurücksetzen. Zudem solle eingreifen, wer ein Jungtier direkt an einer viel befahrenen Straße finde. Am besten bringt man es an einen etwas erhöhten Platz in einem einige Meter entfernten Gebüsch.

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