Die verschiedenen Rottöne der Fassade sollen Wärme, Lebendigkeit und Vielfalt ausstrahlen. Foto: Bernd Zeyer

Vor kurzem ist an der Mittenfeldstraße das neue Kinder- und Jugendhaus eingeweiht worden.

Giebel - Das ist ein Schmuckstück mitten in Giebel“, sagte Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer am Samstagnachmittag bei der Einweihung des Kinder- und Jugendhauses. In der Tat ist das in verschiedenen Rottönen gehaltene Gebäude an der Mittenfeldstraße 61 ein echter Hingucker. Aber es ist weit mehr als nur ein Kinder- und Jugendhaus: Unter dem Dach firmieren nämlich auch eine Kindertagesstätte mit 60 Plätzen (Betreiber ist die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft) sowie Bürgerräume. Dazu kommen noch ein Außenbereich mit 1000 Quadratmetern sowie ein Bolzplatz.

Die Gesamtkosten betragen 4,1 Millionen Euro

Insgesamt hat das Projekt 4,1 Millionen Euro gekostet. Den größten Teil davon, rund 3,3 Millionen Euro, bezahlt die Stadt. Der Bund und das Land beteiligen sich mit 800 000 Euro an den Kosten. Dieses Geld stammt aus den Fördertöpfen des Programms Soziale Stadt Giebel sowie aus dem Bundesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“. Isabel Fezer betonte, dass die Stadt viel Geld in die Hand genommen habe, um einen Ort zu schaffen, an dem sich alle Giebler wohl fühlen sollen. Das Nutzungskonzept, bei dem drei Bereiche miteinander verzahnt worden seien, sei „fantastisch gelungen“. Fezers Kollege aus dem Rathaus, Baubürgermeister Matthias Hahn, schloss sich seiner Vorrednerin an. Es handle sich um ein hervorragendes Bauwerk, das dem ganzen Stadtviertel gut tue. Neben dem Umbau des Ernst-Reuter-Platzes sei das Jugendhaus ein weiteres Schlüsselprojekt der Sozialen Stadt Giebel und daher für den Sanierungserfolg von grundsätzlicher Bedeutung.

Acht Büros hatten sich an dem Architekturwettbewerb beteiligt, als Sieger ist schließlich der Entwurf von Stefan Kamm ausgewählt worden. Mit der Fassade aus Holzlamellen in verschiedenen Rottönen, das erläuterte der Architekt, sollen Wärme, Lebendigkeit und Vielfalt signalisiert werden. Das Haus solle ein Ort der Identifikation sein und ein Dreh- und Angelpunkt für die Bewohner von Giebel und darüber hinaus werden.

Drei Bereiche unter einem Dach

Vom Grundriss her besteht das Gebäude aus zwei L-förmigen Baukörpern (in einem befindet sich das Jugendhaus, im anderen die Kita), die sich als „Klammern“ gegenüber stehen und die in der Mitte eine freie Fläche, den sogenannten Marktplatz, umschließen. Er soll Kontaktfläche für die verschiedenen Nutzergruppen sein. Als Stadtteilräume fungieren ein Mehrzweck- sowie ein Seminarraum, außerdem hat der Bürgerverein ein Büro in dem Neubau.

Insgesamt bietet das Haus knapp 1200 Quadratmeter Nutzfläche, damit ist es um ein Vielfaches größer als das Vorgängergebäude. Dessen einfacher Holzbau war zu klein und zu marode und war im April 2013 abgebrochen worden. In 15 Monaten Bauzeit entstand dann das neue Kinder- und Jugendhaus. Im Laufe des Projektes, das berichtete Stadträtin Iris Ripsam, die auch Vorsitzende der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft ist, sei es zu einigen Herausforderungen und Diskussionen gekommen. Mit Blick auf das Ergebnis hätten sich alle Anstrengungen aber auf jeden Fall gelohnt. Das Haus, so Ripsam, biete beste Voraussetzungen für ein lebendiges Miteinander aller Nutzer. Das bestätigte Einrichtungsleiter Martin Kapler und ging von der Theorie gleich in die Praxis über. „Alle Menschen von Giebel sind hier herzlich willkommen“, rief er den Gästen der Einweihung zu. Die ließen sich nicht zweimal bitten: Bei geführten Rundgängen konnten sich die Besucher davon überzeugen, dass der Stadtteil künftig einen Farbtupfer hat, der nicht nur optischer Natur ist.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: