Kickers-Präsident Lorz „Die Ausgliederung ist eine mögliche Option“

Von Jürgen Frey 

Zeigt in schwierigen Zeiten Flagge: Kickers-Präsident Rainer Lorz verzichtet genauso wie andere Gremienmitglieder auf zustehende Darlehensforderungen gegen den Verein. Foto: Baumann
Zeigt in schwierigen Zeiten Flagge: Kickers-Präsident Rainer Lorz verzichtet genauso wie andere Gremienmitglieder auf zustehende Darlehensforderungen gegen den Verein. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Kickers stecken in einer der schlimmsten Krisen ihrer Vereinsgeschichte. Rainer Lorz, der Präsident des abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten, erklärt vor der Mitgliederversammlung an diesem Montag, wie er die sportliche und finanzielle Zukunft der Blauen meistern will.

Stuttgart - An diesem Samstag (14 Uhr) hofft Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers bei Wormatia Worms den Aufwärtstrend fortsetzen zu können. Am Montag (19 Uhr) setzt Präsident Rainer Lorz bei der Hauptversammlung im SSB-Waldaupark darauf, dass die Mitglieder der Blauen „die geleistete Arbeit in dieser schwierigen Phase realistisch einordnen können“.

Herr Lorz, erst einmal noch Glückwunsch, Herr Lorz, zum vergangenen Wochenende.
Danke, die Erleichterung war bei uns allen sehr groß.
Über den sportlichen Erfolg oder die Präsentation des neuen Sportdirektors?
Schön, dass beides zusammengekommen ist. In der aktuellen sportlichen Phase war der 4:2 Sieg beim FSV Frankfurt ungemein wichtig und äußerst erfreulich. Das stand im Vordergrund. Dass wir zeitgleich die Verpflichtung von Martin Braun vermelden konnten, rundete das Ganze natürlich ab.
Damit haben Sie vor der Mitgliederversammlung an diesem Montag etwas Dampf aus dem Kessel genommen.
Wir sind hierbei nicht taktisch vorgegangen. Ursprünglich war die Neubesetzung des Sportdirektoren-Postens erst für die Winterpause vorgesehen. Doch das Vakuum hatte sich aufgrund der schwierigen sportlichen Lage zunehmend als belastend herausgestellt. Deshalb haben wir bei der Suche Tempo gemacht.
Warum sind Sie überhaupt ohne Sportdirektor in die Saison gestartet?
Im Nachhinein war es eine – nicht zuletzt wirtschaftlichen Überlegungen geschuldete – Fehleinschätzung, die anfallenden Aufgaben ohne sportlichen Leiter bewältigen zu können. Wir haben unserem damaligen Trainer Tomasz Kaczmarek zu viel aufgebürdet, aber auch wir im Präsidium konnten die Aufgaben nicht mehr richtig bewältigen. Trainer- und Spielerentscheidungen müssen jedenfalls fundiert getroffen werden.
Was gab den Ausschlag für Martin Braun?
Er ist ein sehr geerdeter Mensch, der mit Realitäten gut umgehen kann, sich mit den Gegebenheiten bei den Kickers arrangiert und keine Luftschlösser baut. Er kennt sowohl den Profifußball als auch durch seine Tätigkeit beim FC 08 Villingen die Oberliga und sogar die Verbandsliga.
In diese Niederungen wollen Sie mit den Kickers aber nicht hin?
Natürlich nicht, aber wir wollen noch mehr auf Spieler aus der Region setzen. Und da ist es enorm wichtig, dass der sportlich Verantwortliche auch auf diesem Gebiet den Markt kennt und gut vernetzt ist.
Welche Veränderungen wird es in der Winterpause im Kader geben?
Wir werden eine saubere Analyse vornehmen. Den großen Umbruch wie vor einem Jahr wird es nicht geben, aber über punktuelle Verstärkungen werden wir nachdenken.
Wie gehen Sie in der Trainerfrage vor?
Auch Martin Braun hat die gute Arbeit von Paco Vaz ja bereits gelobt. Dem kann ich mich nur anschließen.
Also bleibt er sicher bis zur Winterpause?
Davon kann man derzeit ausgehen.

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