Der Kickers-Präsident Rainer Lorz ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Kickers haben ein Minus von etwa 1,5 Millionen Euro eingefahren, das nur durch Forderungsverzichte kompensiert werden konnte. Das ist keine Dauerlösung – folgt jetzt eine Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft?

Stuttgart - Das Ende mit Schrecken haben die Stuttgarter Kickers gerade noch einmal abgewendet. Bei der Jahreshauptversammlung konnten die Bosse der Blauen sogar eine schwarze Null verzeichnen. Allerdings nur deshalb, weil diverse Gremiumsmitglieder auf Fordrungen von insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro verzichtet habe. Das ist durchaus löblich, wenngleich man auch sagen muss, dass es die Verantwortlichen eben nicht geschafft haben, den Verein – weder sportlich noch wirtschaftlich – in ruhigeres Fahrwasser zu bekommen, obwohl die meisten von ihnen schon seit seit Jahren im Amt sind.

Wobei erst bei genauerem Hinsehen das ganze Ausmaß des Dilemmas sichtbar wird: Denn ohne diese „Sondertilgung“ hätten die Kickers die Saison in der Regionalliga mit einem Verlust von jenen rund anderthalb Millionen Euro in der Bilanz abgeschlossen. Da müssen sämtliche Alarmglocken schrillen. Tun sie durchaus, zumindest bei Präsidium und Aufsichtsrat. Zum einen scheinen deren Mitglieder nun nicht mehr bereit, weiterhin die Löcher zu stopfen, zum anderen ist guter Rat teuer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in der laufenden Saison deutet sich trotz eines nochmals reduzierten Etats – bei inzwischen auch sinkenden Zuschauerzahlen – ja wieder ein siebenstelliges Minus ab. So kann es auf Dauer nicht weitergehen.

Weshalb eine Ausgliederung der Fußballer (Profis und Jugend zusammen) aus dem Gesamtverein in eine Kapitalgesellschaft eine Option, aber längst nicht beschlossene Sache ist. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass die avisierten strategischen Partner (zum Beispiel Hauptsponsor MHP) nicht so ohne weiteres für eine solche Idee zu gewinnen sind, und zum anderen noch gar nicht feststeht, über welche Summen überhaupt gesprochen wird. Mit zwei, drei Millionen ist es perspektivisch in einer Liga, in der es aktuell noch nicht mal einen sicheren Aufsteiger gibt, jedenfalls nicht getan.

Womit weiterhin zumindest ein Schrecken ohne Ende droht.

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