Kein Verbot Behörden-Posse um Himmelslaternen

Von Rainer Wehaus 

Himmelslaternen beim Start Foto: dpa
Himmelslaternen beim Start Foto: dpa

Brandgefährliche Mini-Ballone nicht mehr verboten - Zuständige Stellen wissen davon nichts.

Stuttgart - Das Aufsteigenlassen brandgefährlicher Himmelslaternen ist im Land nicht mehr verboten, wie es die Behörden behaupten. Seit Monaten fliegen die Mini-Ballone durch eine Rechtslücke, die das Innenministerium nun schließen will.

Die aus China stammenden Papierlampions, die romantisch veranlagte Menschen gerne anlässlich von Hochzeiten oder anderen Festen in den Nachthimmel steigen lassen, haben schon einiges Unheil angerichtet. Vergangenes Jahr starb in Siegen ein zehnjähriger Junge bei einem Wohnhausbrand, den eine auf dem Wintergarten gelandete Himmelslaterne verursacht hatte, an einem Wohnhaus in Freiburg entstand ein Brandschaden in Höhe von 300.000 Euro. Zwei Vorfälle von mehreren, die inzwischen 14 der 16 Bundesländer dazu bewogen haben, die Himmelslaternen ausdrücklich zu verbieten.

In Baden-Württemberg gibt es kein ausdrückliches Verbot

Baden-Württemberg hat bislang kein ausdrückliches Verbot erlassen. Dies sei auch gar nicht nötig, hieß es lange Zeit, weil man die Mini-Heißluftballone als "ungesteuerte Flugkörper mit Eigenantrieb" einstufe, deren Kauf zwar erlaubt, für deren Benutzung aber die Erlaubnis eines Regierungspräsidiums als zuständiger Luftfahrtbehörde nötig sei. Die vier Regierungspräsidien im Südwesten würden eine solche Erlaubnis allerdings in aller Regel nicht erteilen, und zwar aus Brandschutzgründen. Wer dennoch Himmelslaternen in den Himmel steigen lasse, so die Behörden weiter, müsse mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro rechnen.

So weit die Rechtslage, wie sie noch heute auf der Homepage des Stuttgarter Innenministeriums zu finden ist und wie sie von den Regierungspräsidien und Kommunen im Land noch immer propagiert wird - mit einem entsprechenden Verweis auf die Homepage des Innenministeriums. Doch diese Darstellung ist falsch, weil überholt. Mit Wirkung zum 28.Januar dieses Jahres hat die Bundesregierung durch eine Änderung der Luftverkehrsordnung (LuftVO) klargestellt, dass Himmelslaternen nicht als Luftfahrzeuge im Sinne der Verordnung eingestuft werden dürfen.

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