Mal ohne Fliege: Der SPD-Politiker Karl Lauterbach bei eine Haushaltsberatung im Bundestag. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stresstest. Heute: Karl Lauterbach, der SPD-Politiker mit der Fliege.

Stuttgart - Viele Sozialdemokraten sind ja guter Hoffnung, dass mit dem siegreichen Wahlkampf von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans um den SPD-Vorsitz der Knoten geplatzt ist. Endlich soll es wieder um Politik gehen – und nicht nur um Politiker!

Coole Kerle

Ein Sinnbild für diesen Akt der Selbstentfesselung könnte Karl Lauterbachs ungewöhnlicher Auftritt gewesen sein. Man kennt den Gesundheitsexperten der SPD als einen der Letzten auf diesem Planeten, die sich mit einer Schleife oder Fliege am Hals in die Öffentlichkeit trauen. Vergessen die Zeiten, als coole Kerle wie Albert Einstein und Charlie Chaplin auch jenseits eines Opernballs den Querbinder als Accessoire für modebewusste Querdenker adelten. Heute gelten Krawattenträger und Freunde des „Gurgelpropellers“, wie der Wiener sagt, als fortschrittsfeindliche Ungeheuer, was natürlich Kokolores ist. Gerade Karl Lauterbach präsentiert in Talkshows zur Fliege gern mal streitbare Positionen, die nicht jedem in seiner SPD gefallen.

Dekorativer Halsschmuck

Erfunden wurde die Schleife im 18. Jahrhundert von Madame Pompadour. Die Mätresse von Ludwig XV. soll die Erste gewesen sein, die den Querbinder dekorativ am Hals trug. Umso mehr muss man Menschen wie Karl Lauterbach darin stärken, einem gewissen kulturbürgerlichen Stil treu zu bleiben.

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