Die Stuttgarter können Vorschläge für den Bürgerhaushalt machen. Johannes Zopf fordert Geld für die Pflege von Baumbeeten wie vor seiner Tür an der Schwarzwaldstraße. Foto: A. Kratz

Der Kaltentaler Johannes Zopf macht beim Bürgerhaushalt mit und fordert mehr Geld für die Pflege von Baumbeeten. Er ärgert sich darüber, dass zwei Stücke völlig ungepflegt seien.

S-Süd - Das Ärgernis ist rund zwei mal vier Meter groß und von verdorrten Gräsern oder ähnlichen Pflanzen überwuchert. Wann immer Johannes Zopf aus dem Küchenfenster seines Hauses an der hinteren Schwarzwaldstraße schaut, blickt er genau auf zwei seiner Meinung nach „völlig ungepflegte“ Baumgrundstücke. Früher hätten die Mitarbeiter dort zweimal im Jahr klar Schiff gemacht, sagt der Mann aus Kaltental. Doch 2014 sei keiner dagewesen. Das heißt, eigentlich sei das nicht richtig. Denn die Gärtner waren vor Ort. Allerdings legten sie nur an dem Baumbeet Hand an, dass sich rund 50 Meter weiter westlich ganz am Ende der Straße befindet. „Den Mitarbeitern wurde vom Amtsleiter verboten, die anderen beiden Grundstücke zu säubern“, sagt Zopf.

Er hat beim Gartenamt nachgehakt. Und bekam die Auskunft, dass die Grundstücke „irgendwann“ mit etwas Pflegeleichterem bepflanzt werden sollen. „Nur so kann man mit Bürgern nicht umgehen. Hier spielt ein Amtsleiter seine Macht aus“, findet Zopf. Er könne 30 Unterschriften unzufriedener Anwohner liefern, die das ähnlich sehen wie er. „Natürlich könnten wir als Bürger auch selbst Ordnung machen“, räumt der Kaltentaler ein. Aber das sehe er gar nicht ein. „Dann würde ich ja die Arbeit der Stadt machen. Das kann es nun auch nicht sein“, sagt Johannes Zopf.

„Gelbe Karte“ an die Stadt

Er hat eine „Gelbe Karte“ an die Stadt geschrieben. Diese können Stuttgarter Bürger verschicken, wenn sie Kritik loswerden wollen. Mittlerweile hat er auch eine Antwort bekommen. Sowohl Raiko Grieb, der ehrenamtliche Bezirksvorsteher für den Stuttgarter Süden, als auch Oliver Augustin vom Haupt- und Personalamt haben sich gemeldet. Die Auskunft lautete, dass die Flächen im Frühjahr wieder hübsch gemacht werden.

Der Stadt fehle das Geld, um alle Baumgrundstücke regelmäßig zu pflegen. Das war die Begründung, die Johannes Zopf von Oliver Augustin bekam. Darum könne das Gartenamt die Baumbeete nicht häufiger auf Vordermann bringen. Augustin gab dem Kaltentaler Bürger noch den Hinweis, sein Ärgernis beim Bürgerhaushalt zu thematisieren. Noch bis zum 23. Februar kann jeder Stuttgarter Vorschläge machen, für was der Gemeinderat im Doppelhaushalt 2016/2017 Geld bereitstellen soll.

Vom 10. bis 30. März werden diese von den Bürgern bewertet. Mit den 100 am besten bewerteten Vorschlägen muss sich der Gemeinderat in seinen Etatberatungen zwingend beschäftigen. Zudem gilt die Prämisse, dass die Stadträte aus jedem Stadtbezirk mindestens zwei Ideen diskutieren. Dazu werden die Top 100 bei Bedarf erweitert.

Johannes Zopf macht nun tatsächlich beim Bürgerhaushalt mit. Unter der Nummer 10642 findet man auf der Internetseite www.buergerhaushalt-stuttgart.de unter der Rubrik „Abfall und Sauberkeit“ seinen Vorschlag. „Noch vor etwa drei Jahren wurden die Baumgrundstücke an den Straßen zwei- bis dreimal im Jahr gepflegt. In 2013/2014 ist eine deutliche Verschlechterung feststellbar. Das Gartenamt begründet dies mit fehlendem Budget“, ist dort zu lesen. Und weiter steht dort: „Entweder handelt es sich wirklich um einen zu geringen Etat oder um schlechte Planung und Ausführung.“ Zopf fordert, dass mehr Geld für die Pflege der Grünflächen zur Verfügung gestellt wird. Zudem soll der Gemeinderat einen Plan aufstellen, den das Gartenamt dann auszuführen hat.

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