Das Circolo-Gebäude ist marode. Foto:  

Für das geschlossene Jugendhaus und das marode Circolo-Vereinsheim soll ein gemeinsamer Neubau entstehen. Der dürfte aber statt 260 000 Euro wohl eher 436 000 Euro kosten.

Steinenbronn - Das geplante gemeinsame Gebäude für Jugendliche und den italienischen Kulturverein Circolo Arces an der Karlstraße könnte, wenn es keine Eigenleistungen geben sollte, 175 000 Euro mehr kosten. Diese Ankündigung löste in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Ärger aus. Die Kommunalpolitiker waren im Juli von 260 000 Euro Kosten ausgegangen. Diese Summe hatten Otto Elsäßer, der zweite Stellvertreter des Bürgermeisters, sowie der Gemeinderat und Circolo-Vorstand Giovanni Sena (beide Freie Wähler) genannt. Sie hatten sich mit dem Hausbau befasst.

Das Jugendhaus war im Oktober 2015 geschlossen worden

Die 260 000 Euro sind offenbar Makulatur und die Kosten werden nun auf 436 000 Euro taxiert. Die Gemeinderäte stimmten mehrheitlich dafür, dass sie die gestiegenen Kosten zur Kenntnis nehmen. Zwei votierten dagegen. Außerdem beauftragten sie die Verwaltung einstimmig, das Baugesuch fertigzustellen. „Wir werden es im Januar oder Februar auf den Weg geben“, sagte der Kämmerer Hans-Dieter Bär. Er berichtete den Räten, dass die gestiegenen Kosten bei einer Besprechung ermittelt wurden. Demnach kostet das Gebäude 380 000 Euro und die Honorare 50 000 Euro, macht 430 000 Euro. Hinzu kommen Teile der Einrichtung für etwa 6000 Euro. Die meisten Möbel sollen aus dem früheren Jugendhaus kommen.

Das Jugendhaus an der Kringkreuzung ist seit Oktober 2015 wegen Mängeln bei der elektrischen Anlage und dem Brandschutz geschlossen. Seit einiger Zeit können die Jugendlichen das Haus des Vereins Circolo Arces an der Karlstraße nutzen, dessen Mitglieder sich um die jungen Leute kümmern. Doch das ist nur eine Zwischenlösung. Das Vereinsheim ist baufällig. Darum soll ein gemeinsames Gebäude als Jugendhaus und Vereinsheim entstehen.

Den Erdaushub will der Verein selbst schultern

Wegen der Kostensteigerung warnte Frank Schweizer (CDU) vor einem „Steinenbronn 21“. Dieter Menzel (SPD) nannte die Kosten von 260 000 Euro „blauäugig“. Der Ortsbaumeister Tobias Buck stellte klar, dass die 380 000 Euro Baukosten ohne Eigenleistungen sind: „Aber der Circolo will ja auch selber bauen.“ Elsäßer sagte, dass er und Sena 130 000 Euro je Gebäude gerechnet hätten. „Den Erdaushub will der Circolo machen“, sagte er. Es stoße ihm sauer auf, dass die Honorare 50 000 Euro kosten. Er habe gedacht, dass diese in den Angeboten enthalten sind. „Die 430 000 Euro sind zu teuer. Das ist der Bevölkerung nicht vermittelbar.“ Er, Gitta Obst (Freie Wähler) und der erste Stellvertreter des Bürgermeisters Wolfgang Miller (CDU) sagten, dass die Kosten gesenkt werden müssten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: