Ist bei der Tagung des Währungsfonds nicht dabei, aber trotzdem mit seiner Handelspolitik in aller Munde: US-Präsident Donald Trump Foto: AP

Die Handelskonflikte der USA mit China und Europa überschatten den Welthandel. Entscheidend für die Weltwirtschaft ist,die politischen Probleme zu beseitigen, meint Thorsten Knuf.

Washington - Von Donald Trump ist bekannt, dass er es genießt, im Mittelpunkt zu stehen und bei Gesprächspartnern Unsicherheit zu schüren. Man kann daher annehmen, dass er die Debatten bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington mit Genugtuung verfolgt.

In Gehweite vom Weißen Haus entfernt überlegt die globale Finanzelite dieser Tage, wie die Weltwirtschaft in Schwung gehalten werden kann. Trump selbst ist nicht dabei, aber natürlich dreht sich alles um ihn. Seine Handelspolitik hat Amerika nicht wieder groß, sondern zur Wachstumsbremse ersten Ranges gemacht. Die Handelskonflikte der USA mit China und Europa und sein anhaltendes Drohen mit neuen Strafzöllen fügen sich ein in die Reihe der Großrisiken für die Weltkonjunktur – neben dem Brexit-Chaos in Europa oder der ökonomischen Instabilität wichtiger Schwellenländer wie der Türkei und Argentinien.

Wachstumsprognosen reihenweise korrigiert

Gleich reihenweise haben Fachleute in den vergangenen Monaten ihre Wachstumsprognosen für alle großen Wirtschaftsräume nach unten revidiert. Dabei ist das Ende des natürlichen Konjunkturzyklus gar nicht erreicht. Der Abschwung ist gewissermaßen hausgemacht.

So gesehen haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und IWF-Chefin Christine Lagarde recht, wenn sie jetzt vor allem politische Antworten auf die Turbulenzen fordern. Mehr Investitionen, wie von Frankreich und anderen gefordert, sind nie verkehrt. Richtig ist auch, dass eine weitere Vertiefung der Eurozone zwingend erforderlich ist.

Unberechenbare Akteure

Entscheidend aber ist jetzt zunächst, dass die politischen Brandherde gelöscht werden. Ob das gelingt, ist vollkommen unklar. Es gibt zwar im transatlantischen Handelsstreit eine Art Waffenstillstand mit dem Ziel, in Gespräche über einen Freihandelsvertrag einzusteigen. Im Streit zwischen den USA und China scheint eine Einigung in greifbarer Nähe zu sein. Und beim Brexit haben sich Briten und die EU zuletzt immerhin eine längere Atempause verschafft. Das Problem ist aber, dass in allen drei genannten Konflikten Akteure wirken, die unberechenbar sind und eigentlich nicht genau wissen, was sie wollen: Es sind Donald Trump und seine britischen Brüder im Geiste.

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