Der Sportwagenhersteller wird durch zwei Vorstandsmitglieder im Kontrollgremium der VfB AG vertreten sein – und erinnert VfB-Präsident Claus Vogt an eine Zusage, was den Vorsitz anbelangt.
Die Porsche AG gibt beim VfB Stuttgart Gas. Als neuer Investor der VfB AG zahlt der Autobauer zunächst rund 20, insgesamt dann 41,5 Millionen Euro für 10,4 Prozent der Anteile. Und: An diesem Donnerstag sollen die beiden Vorstandsmitglieder Lutz Meschke (Finanzen) und Albrecht Reimold (Produktion) in den Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten bestellt werden – und bereits vorher stellt das Unternehmen klar, dass ein Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums angestrebt wird. Droht damit ein Machtkampf?
„Nach intensiven Gesprächen mit Claus Vogt und den Mitgliedern des Aufsichtsrates möchte Porsche – wie von Claus Vogt zugesagt – einen Neuanfang im Aufsichtsrat mit einem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, der idealerweise aus dem Kreis der vom e. V. gestellten Aufsichtsratsmitglieder stammen sollte. Porsche strebt die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes nicht an“, erklärte ein Porsche-Sprecher gegenüber unserer Redaktion.
Damit wird klar, dass die Diskussion über die Trennung der beiden Ämter Präsident und Aufsichtsratsvorsitz beim VfB in Vollem Gange ist. Darüber hatte unsere Redaktion zuerst berichtet. Bisher übt Vogt die zwei Rollen aus. Bereits im vergangenen Sommer soll sich der VfB-Präsident aber bereit erklärt haben, den Vorsitz im Aufsichtsrat abzugeben. Das geschah im Zuge des Porsche-Einstiegs als Investor.
Der Sportwagenhersteller beabsichtigt, 10,4 Prozent der VfB-Anteile für 41,5 Millionen Euro zu übernehmen. Heikel ist Angelegenheit auch deshalb, weil den VfB-Mitgliedern bei der Ausgliederung der Profisparte 2017 versprochen worden war, dass der Vereinschef als Vertreter des Hauptvereins und Mehrheitseigners auch den Vorsitz im Aufsichtsrat der AG inne haben würde.