Günter Schweikardt war viele Jahre Trainer des TV Bittenfeld, inzwischen ist er sportlicher Leiter des TVB 1898 Stuttgart. Foto: Baumann

Es ist ist die Ruhe vor dem Sturm. Am Ende der dreiwöchigen Pause geht es für den TVB Stuttgart am 24. März (19.45 Uhr) ins Kellerderby gegen den HBW Balingen-Weilstetten. Das ist kein Spiel wie jedes andere – sagt auch der sportliche Leiter Günter Schweikardt.

Stuttgart - Günter Schweikardt holte 1972 als Spieler mit Frisch Auf die elfte Deutsche Handball-Meisterschaft nach Göppingen. Inzwischen leitet der 68-Jährige seit vielen Jahren die Geschicke seines Heimatclubs TVB 1898 Stuttgart. „Das Derby gegen Balingen wird ein eminent wichtiges Spiel“, sagt der sportliche Leiter, dessen Söhne Jürgen (als Geschäftsführer) und Michael (als Spielmacher) ebenfalls im Verein aktiv sind.

Herr Schweikardt, Ihr Team steckt mitten in einer dreiwöchigen Spielpause. Wie wird die Zeit genutzt?
Zunächst einmal sind wir nicht glücklich über die lange Pause. Es ist keine einfache Situation, wenn man sich nicht wehren kann und man am Liveticker oder am Fernseher zuschauen muss, wie die Konkurrenz die Chance hat zu punkten. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Wir nutzen die Zeit hauptsächlich mit intensivem Training, um dann topfit ins Derby am 24. März gegen den HBW Balingen-Weilstetten zu gehen.
Wie wichtig wird dieses württembergische Kellerderby?
Eminent wichtig. Da braucht man nur auf die Tabelle zu schauen. Wir sind Drittletzter mit 12:30 Punkte, der HBW mit zwei ausgetragenen Spielen mehr steht auf Platz 14 und hat 14:32 Punkte auf dem Konto. Da braucht man nicht groß zu taktieren, da brauchen wir eine gute Leistung und einen Sieg. Wir kennen den Ernst der Lage.
Was macht Sie optimistisch?
Die Zusammensetzung unserer Mannschaft. Wir haben die Fähigkeiten, dieses Spiel zu gewinnen. Und auch wenn sicher viele Zuschauer aus Balingen in der ausverkauften Porsche-Arena sein werden: Der Heimvorteil.
Wie viele Punkte benötigen Sie noch zum Klassenverbleib?
Dafür bin ich zu schlecht in Mathematik (lacht). Aber ich denke, wir sollten aus den 13 ausstehenden Saisonspielen mindestens vier Siege holen, alles andere dürfte zu wenig sein.
Also steht die Mannschaft vor allem in den Heimspielen gegen Balingen, Wetzlar, Gummersbach und Coburg in der Pflicht?
Außer vielleicht gegen Kiel, Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen ist man in keinem Spiel chancenlos, deshalb werden wir immer versuchen, aus jeder Partie etwas Zählbares mitzubringen.
b>„Markus Baur würde auch in der zweiten Liga Trainer bleiben“
Der HBW hat mit dem Auswärtssieg in Hannover etwas Außergewöhnliches geschafft.
Das meine ich. Ich glaube, dass solch ein positiver Ausreißer nötig sein wird, um den Klasssenverbleib aus eigener Kraft zu schaffen.
Am letzten Spieltag, am 10. Juni (16 Uhr), geht es für den TVB zu Ihrem ehemaligen Club Frisch Auf Göppingen, mit dem Sie als Spieler 1972 deutscher Meister wurden. Eine pikante Konstellation.
Selbst wenn es für Frisch Auf um nicht mehr viel gehen gehen würde, erwarte ich dort keine Gastgeschenke. Mein großer Wunsch ist, dass wir bis dahin genügend Punkte für den Klassenverbleib gesammelt haben.
Und wenn es doch noch für den TVB um den Ligaverbleib geht, dann könnte der aktuelle Göppinger Kapitän Manuel Späth, der in der neuen Saison zum TVB Stuttgart wechseln wird, seinen künftigen Verein mit in die zweite Liga werfen. Würde er dann überhaupt spielen?
Davon gehe ich aus. Manu ist ein Top-Profi mit einer vorbildlichen Einstellung. Deshalb haben wir ihn ja auch verpflichtet. Dass er nun auch wieder für die Nationalmannschaft nominiert wurde, belegt seinen Stellenwert.
Wie sehr würde ein Abstieg den TVB Stuttgart zurückwerfen?
Wir hätten unser Ziel, uns in der Bundesliga zu etablieren, nicht erreicht. Unsere Entwicklung würde ins Stocken geraten. Das wäre nicht schön. Dass es von der neuen Saison an dann nur noch zwei statt drei Aufsteiger aus der zweiten Liga geben wird, macht den Klassenverbleib in dieser Saison noch bedeutsamer.
Sie müssen zweigleisig planen: In wie weit steht die Mannschaft für die neue Saison?
Unser Fokus liegt komplett auf den nun folgenden entscheidenden Wochen, deshalb nur so viel: Wir werden, auch wenn es nicht reichen sollte, ein sehr gutes Team haben.
Würde Markus Baur auch in der zweiten Liga Trainer bleiben?
Ja, das ist klar.

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