Die Bank-Website sieht täuschend echt aus: Nur das Corona-Banking CIBB ist frei erfunden – und eine Falle. Foto: Screenshot /STZN

Internetbetrüger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um Opfern beim Online-Banking die Ersparnisse abzuzocken. Erst wird eine Falle ausgelegt – dann klingelt das Telefon.

Stuttgart - Muss man wegen Corona jetzt auch noch die Modalitäten beim Online-Banking ändern? Vorsicht! Mit einer falschen Internetseite und einem frei erfundenen Bankverfahren haben unbekannte Internetbetrüger Tausende Opfer in und um Stuttgart ins Visier genommen. Über das Wochenende wurden bereits mehrere Zehntausend Euro abgezockt. Die Polizei und die BW-Bank warnen davor, die Webseiten der Bank über eine Suchmaschine aufzurufen. Denn so wird man womöglich auf eine vorgeschaltete Betrüger-Seite gelotst.

Das Verfahren ist frei erfunden

„Natürlich gibt es kein Cibb-Verfahren“, sagt BW-Bank-Sprecher Bernd Wagner. Das Kürzel soll angeblich für „Corona-Intelligence-BW-Banking“ stehen – ist aber frei erfunden. Ebenso wie der Hinweis, das Verfahren sei für jeden Online-Kunden verpflichtend. Wer nicht direkt die Homepageadresse der Bank eintippt, sondern über eine Suchmaschine geht, oder wer sich von einer falschen E-Mail täuschen lässt – der kann auf einer angeblichen BW-Bank-Seite landen, die dem Original täuschend ähnlich sieht. Man nennt dies Phishing: Passwort-Fischen.

Über das Wochenende sind offenbar bereits zahlreiche Bankkunden darauf hereingefallen. Sie haben ihre Zugangsdaten eingegeben – und damit unbekannten Tätern wichtige Informationen preisgegeben. „So wurden die Betrugsopfer erst einmal ausgespäht“, sagt Polizeisprecher Johannes Freiherr von Gillhaußen, „und dann riefen die Betrüger die gutgläubigen Opfer an.“ Damit handelt es sich um eine kombinierte Betrugsmasche aus Internetspionage und Schauspielerei. Als angebliche Bankmitarbeiter getarnt, wickeln die Anrufer ihre Opfer weiter ein. Offenbar wird eine Freistellung von allen Kontoführungsgebühren wegen Corona oder die kostenlose Bestellung von FFP2-Masken versprochen. Alles nur ein Vorwand: Die Täter wollen eigentlich nur die sogenannten Tan-Nummern ergaunern – um dann „tatsächlich Überweisungen von den Konten der Betrogenen zu tätigen“, so der Polizeisprecher.

Mix aus Internetspionage und Schauspielerei

Nach Erkenntnissen der Polizei hat es mindestens zwei Opfer gegeben, bei denen die falschen Banker sich bedient haben. Schaden: mehrere Zehntausend Euro. Dabei gilt: Niemals über Links oder E-Mails auf Bank-Webseiten gehen. Und am Telefon nie Passwörter und Tan-Nummern verraten. Hinweise an die Kripo über Telefon 07 11 / 89 90 - 57 78.

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