Das Gelände liegt zentral. Foto: Simon Granville

Nutzt oder schadet ein neuer Discounter mit Drogerie der Innenstadt von Vaihingen an der Enz? Der Gemeinderat gibt nun den Weg für einen Architekten-Wettbewerb frei.

Tief gespalten war lange Zeit der Gemeinderat von Vaihingen an der Enz in der Frage, ob ein Einkaufsmarkt gut für die Innenstadt sei. Inzwischen zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Räte einigten sich am Mittwoch auf eine Ausschreibung für einen städtebaulichen Wettbewerb für das Projekt. An ihm sollen 15 Büros teilnehmen. Am Ende soll eine verträgliche Lösung entstehen, die dem Einzelhandel in der City Impulse gibt und Wohnraum schafft.

 

Die Angst vor einem groben Klotz auf den brachliegenden 1,4  Hektar im Engel-Areal nördlich der historischen Innenstadt in Sichtweite zu Schloss Kaltenstein hatte noch im Oktober für einige Kritik im Gemeinderat gesorgt. Die Bedenken gegen Lärm durch Lieferverkehr und rund 6000 neue Fahrten im Areal beim ehemaligen Gutshof Engel an der Ecke Grabenstraße, Franckstraße und Friedrichstraße waren groß.

Anwohner werden vor Lärm geschützt

Eine facettenreiche gegliederte Fassade, die mit der historischen Altstadt harmoniert, ist für die Planungsbüros Pflicht. Eine Erschließung über drei Straßen soll dafür sorgen, dass sich der Verkehr in das Quartier verteilt, wobei die großen Märkte vor allem über die Grabenstraße angefahren werden sollen. Die Anlieferung durch Lastwagen muss laut Ausschreibung lärmgeschützt geschehen.

Vom Tisch ist ein Vollsortimenter, wie ihn die Wohnbau Oberriexingen zunächst etablieren wollte. Grundlage des Projekts ist nun ein Discounter mit einer Verkaufsfläche von 2000 Quadratmetern und eine Drogerie, in der auf 900 Quadratmetern Ware angeboten wird. Dazu kommen Arztpraxen, eine Apotheke und weiterer Einzelhandel. Wert legte der Gestaltungsbeirat auf eine innere Durchwegung: Das heißt, der Supermarkt und die Drogerie sollen nicht in einer lückenlosen Erdgeschosszone nebeneinander liegen.

30 Parkplätze für die Innenstadt

Für die Besucher der Altstadt müssen auf dem Gelände 30 Parkplätze bereitgehalten werden – neben den 80 Stellplätzen für den Supermarkt und 40 Plätzen für die Drogerie. Im Gemeinderat sprach sich der Linken-Rat Peter Schimke dagegen aus, mit einem solchen Projekt Verkehr in die Innenstadt zu ziehen. Für Andreas Schuller von der Liste BbV bleiben die Größe des Marktes und der Verkehrslärm problematisch.

Auf die Chancen des Projekts wiesen hingegen Vertreter des wirtschaftlich orientierten Lagers hin. „Wir haben einige Runden gedreht: Jetzt sollten wir Nägel mit Köpfen machen“, sagte der CDU-Fraktionschef Erich Hangstörfer. Roland Zitzmann von der FDP gab ihm recht: „Wenn wir so weitermachen, springt uns noch der Investor ab.“ Der Freie-Wähler-Chef Eberhard Zucker begrüßte die Änderungen: „Wir stimmen jetzt zu.“

Auf die Büros und die Jury vertrauen, riet Thomas Essig von den Grünen. Der SPD-Chef Eberhard Berg setzte in einem Änderungsantrag flexiblere Ladengrößen durch.