Christian Hörnle zeigt, was auf seinem Obsthof wächst und gedeiht. Bei den Himbeeren ist jetzt die Haupterntezeit. Foto: Martin Braun

Zum Auftakt der Strauchbeerensaison haben sich die Stuttgarter Beerenproduzenten auf dem Obsthof Hörnle in Weilimdorf getroffen. „Erfroren – ersoffen – verbrannt“ lautet ihre Bilanz der bisherigen Saison – die Himbeeren jedoch bereiten Chris Hörnle große Freude.

Weilimdorf - So viele, große und schöne Himbeeren wie heuer habe es schon lange nicht mehr gegeben, sagt Christian Hörnle. „Es ist dieses Jahr eine rote Wand“, sagt der Obstbauer erfreut. Den Pflanzen habe die kühlere Witterung der vergangenen Tage sehr gut getan. Temperaturen um 20 bis 25 Grad Celsius seien ideal für die Himbeeren, bei denen in den nächsten zehn Tagen Haupterntezeit sei. Nicht zu heiß, nachts etwas Regen, dieses Wetter wünscht sich Hörnle für die kommenden Tage.

Bei den Strauchbeeren hat die Saison gerade begonnen. Aus diesem Anlass haben sich die Stuttgarter Beerenproduzenten jüngst auf Hörnles Obsthof in Weilimdorf getroffen. „Erfroren – ersoffen – verbrannt“, so fassen die Bauern des Obstbaurings die ersten sechs Monate des Beerenjahres zusammen. „Für die Erdbeeren hat’s viel zu viel geregnet“, sagt Hörnle. Bei den Johannis- und den Stachelbeeren hingegen seien manche Sorten verbrannt. Und auch bei den Himbeeren hätten die zwei extrem heiße Tage Ende Juni vereinzelt zu einem leichten Sonnenbrand geführt, sagt Hörnle. In den meisten Fällen habe das aber nur Auswirkungen auf die Optik der Früchte, sodass man sie zwar nicht mehr unbedingt verkaufen, aber problemlos essen oder weiterverarbeiten könne: zu Marmelade, Schnaps oder Essig beispielsweise.

Bis auf die weißen Johannisbeeren und die Brombeeren, die noch zwei, drei Wochen brauchen, können alle Beeren, die Hörnle anbaut, derzeit geerntet werden. Und auch die ersten Kirschen sind jetzt reif. Bei den Erdbeeren wiederum geht die Saison gerade zu Ende: Die Sorte „Malwina“ liefere die letzten Beeren für dieses Jahr, die im Normalkulturverfahren angebaut werden, erklärt Hörnle: Später gibt es nur noch Früchte von Pflanzen, die tiefgekühlt wurden und erst im Mai eingepflanzt worden sind.

Auch den Schädlingen kommt das Wetter gelegen

Allerdings war das Wetter der vergangenen Wochen nicht nur für die Pflanzen ideal, sondern auch für Schädlinge wie etwa die Kirschessigfliege, sagt Hörnle. In dieser Saison seien seine Pflanzen bislang von der aus Asien stammenden Fruchtfliege verschont geblieben, und er hoffe, dass das so bleibe: „So kurz vor der Ernte kann man nicht mehr spritzen.“ Während die heimischen Fruchtfliegen nur bereits beschädigte Früchte befallen, legt die Kirschessigfliege ihre Eier in gesunden Früchten ab, die gerade reif geworden sind. Seine Empfehlung lautet daher, die Kirschen im Zweifel lieber einen Tag zu früh als zu spät zu ernten – vor allem bei Bäumen, die nicht behandelt wurden.

Er selbst spritze seine Pflanzen bei Bedarf, um das Risiko zu minimieren. Dabei gehe er gezielt etwa gegen Blattläuse oder Pilze vor und achte darauf, Nützlinge zu schonen, sagt Hörnle: „Wir arbeiten kontrolliert integriert.“ Selbstverständlich halte er auch alle gesetzlichen Wartefristen ein. So werde das Spritzmittel von der Pflanze aufgenommen und auch wieder abgebaut. „Ich möchte meine Beeren selber direkt vom Stock essen können“, sagt der Obstbauer. Und so rät er auch davon ab, Himbeeren zu waschen: Die Früchte saugen sich mit Wasser voll und verlieren Geschmack. In der Regel reiche es, Blütenreste sorgfältig zu entfernen. Da die Strauchbeeren auf seinem Hof als Hecken gezogen würden, seien die Früchte normalerweise nicht dreckig – zudem bekämen sie so viel Sonne ab und könnten bequem im Stehen geerntet werden.

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