Naemi Luckert da Costa Tavares (Kauffrau für Kurier-, Express und Postdienstleistungen bei der Tefra Terminfracht GmbH) gehört zu Deutschlands besten Azubis in diesem Jahr. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Rund 50.000 Azubis haben die Sommerprüfung in Baden-Württemberg abgeschlossen. Doch nur wenigen ist es vergönnt zu den Besten des Landes und sogar der ganzen Republik zu zählen.

Stuttgart - Locker-fröhliche Gespräche, poppig-jazzige Musik, leckere Snacks: Im Foyer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart herrschte Feierstimmung. Ehrte doch am Freitagnachmittag der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) – unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und dem Motto „Helden im Süden“ – jene 116 Auszubildenden, die als Landesbeste eine gewerblich-technische oder kaufmännische dualen Ausbildung abschlossen. Sie alle legten die Winterprüfungen 2018/2019 beziehungsweise die Sommerprüfung 2019 mit einem sehr guten Gesamtergebnis ab. Rund 50.000 Azubis schlossen in Baden-Württemberg ab, in 150 IHK-Ausbildungsberufen.

Von den Landesbesten kommen 26 aus der Region Stuttgart – und 25 Azubis aus Baden-Württemberg gehören zu den 206 Bundesbesten. Damit stellt der Südwesten die meisten Top-Absolventen. Marjoke Breuning, BWIHK-Vizepräsidentin und Präsidentin der IHK Region Stuttgart, lobte Azubis und Unternehmen. Die ausgezeichneten Abschlüsse zeigten, wie viel Begeisterungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft die junge Generation mitbrächte. „Mit ihrem Einsatz und Fleiß haben sich die Absolventen eine Basis für ihre berufliche Zukunft geschaffen.“ Es zeige aber auch, wie sehr sich die Unternehmen und Berufsschulen im Land engagierten. Die IHK Region Stuttgart ist die federführende Kammer in Sachen Ausbildung im Land.

Letzteres repräsentierte Kultusministerin Susanne Eisenmann, die die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung betonte. Es dürfe nicht aus den Augen der Eltern geraten, wie wertvoll eine Ausbildung sei, sie könne ebenfalls zu Lebensglück führen, erklärte sie in einer Gesprächsrunde, die von dem Kabarettisten Christoph Sonntag moderiert wurde. Mit dabei: BWHIK-Präsident Wolfgang Grenke und seine Vize Breuning.

„Ihr seid alles potentielle Millionäre“

Die erwähnte neue Untersuchungen, nach denen Akademiker auf den Gesamtverdienst gerechnet nicht mehr verdienten als Ausgebildete. Und Grenke erklärte, wie stolz man im Land auf das Duales System sein könne, das viele Beste auch auf Bundesebene hervorbrächte. „Also Gas geben und weiter machen, ihr seid alles potentielle Millionäre“, kommentierte Sonntag. Er sprach zudem Herausforderungen an, etwa die digitale Transformation. Dass es da noch zu tun gäbe, räumte die Ministerin ein. Aber sie sehe auf diesem Gebiet die Berufsschulen und Betriebe gut gerüstet.

Gut kam außerdem das Zeremonielle bei den Gästen an. „Kurzweilig“, „würdig“, „Gänsehautmomente“, hieß es. Statt auf der Bühne schritten die 116 „Helden im Süden“ zur Ehrung die Treppe im Foyer herab – in Berufsgruppen mit Ausbildern, bevor es zum Song „Simply the best“ Konfettis regnete. Das Stuttgarter A-cappella-Quintett „Die Füenf“ lieferte die Rhythmen dazu.

Apropos Helden, der hiesige Ballungsraum hat die meisten Bundesbesten im Südwesten. Unter den besten Auszubildenden Deutschlands sind acht aus der Region Stuttgart: Technischer Systemleiter M. Emine Dridi, Bankkauffrau Sarah Fliege, Fahrzeugausstatterin Lena Heitzmann, Kauffrau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen Naemi Luckert da Costa Tavares, Fruchtsafttechnik-Fachkraft Lars Jan Prümm, Leichtflugzeugbauer Josua Schwenk, Produktionstechnologe Daniel Stähle sowie Fachlagerist Mario Treinies.

Sie wurden für ihre Leistungen mit Sternen auf dem „IHK-Walk-of-Fame“ geehrt, den es seit 2016 vor dem IHK-Gebäude gibt. Die Plaketten im Kopfsteinpflaster wurden im Anschluss an die Feierlichkeiten enthüllt. IHK-Präsidentin Breuning rechnet mit weiteren Sternen im kommenden Jahr. Schließlich hätten die regionalen Ausbildungsbetriebe mit fast 10.600 jungen Erwachsenen einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen.

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