Hurrikan Irma sorgt für große Verwüstung in der Karibik. Foto: AP

Auf den Amerikanischen Jungferninseln reißt „Irma“ erneut Menschen in den Tod. Das US-Festland bereitet sich auf den gewaltigen Hurrikan vor, der zumindest auf dem Atlantik schon eine Rekordstärke erreicht hat.

San Juan - Mindestens 31 000 Menschen haben die Inselkette Florida Keys als Vorsichtsmaßnahme vor dem Eintreffen des Hurrikans „Irma“ verlassen. Im US-Staat Georgia ordnete der Gouverneur am Donnerstag die Evakuierung von Küstenorten an; 540 000 Menschen waren betroffen. Der Wirbelsturm hat laut Wetterforschern das Potenzial, Florida als Hurrikan der Kategorie fünf heimzusuchen, anschließend in Georgia könnte es Kategorie drei werden. Auf den Amerikanischen Jungferninseln verloren drei Menschen durch „Irma“ ihr Leben, während der US-Senat ein Hilfspaket in Milliardenhöhe wegen der Auswirkungen nach „Harvey“ beschloss.

Das US-Hurrikan-Zentrum gab am späten Donnerstagabend eine Warnung für Südflorida und die Florida Keys heraus. Davon betroffen war auch die Gegend um die Metropole Miami. Zudem wurde vor einer Sturmflut gewarnt. „Irma“ befand sich am späten Donnerstagabend noch rund 940 Kilometer südöstlich von Miami und erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometern pro Stunde.

Bereits mehr als zehn Todesopfer

In der nördlichen Karibik kostete der Wirbelsturm insgesamt bereits mindestens elf Menschen das Leben. Tausende sind nach der Zerstörung von Häusern und Wohnungen obdachlos. Mit Windgeschwindigkeiten von 300 Kilometern pro Stunde ist „Irma“ der stärkste Hurrikan, der je im Atlantik aufgezeichnet wurde. Allein für Georgia könnte er zum bedeutendsten Sturmphänomen seit mehr als einem Jahrhundert werden. Dem Gouverneur von Florida, Rick Scott, zufolge könnten „Irmas“ Wind und Regen Freitagnacht (Ortszeit) über Florida Keys hereinbrechen.

Der Sturm sei breiter als die Fläche des Staats, so Scott. „Egal, an welcher Küste Sie leben, seien Sie bereit für eine Evakuierung“, sagte er an die Bewohner Floridas gewandt. Die Auswirkungen könnten lebensbedrohlich sein. Schulen und Universitäten wurden bis einschließlich Montag geschlossen.

Der letzte Sturm der Kategorie fünf in Florida war „Andrew“ im Jahr 1992. Bei damals erreichten Windgeschwindigkeiten von 265 Kilometern pro Stunde starben 65 Menschen. Die Schadenshöhe betrug 26 Milliarden Dollar (21,61 Milliarden Euro).

Donald Trump ruft zur Vorsicht auf

US-Präsident Donald Trump rief Menschen in den voraussichtlich vom Hurrikan betroffenen Gebieten auf, vorsichtig zu sein. In einem Tweet betonte er die Kraft des Wirbelsturms. Vor Ort seien aber mutige und talentierte Menschen zur Hilfe eingesetzt.

Indes beschloss der US-Senat am Donnerstag ein 15,3 Milliarden Dollar teures Hilfspaket für die Geschädigten des Hurrikans „Harvey“. Die Leistungen im Wert von umgerechnet 12,75 Milliarden Euro sind fast doppelt so hoch wie die von Präsident Donald Trump zunächst beantragten 7,9 Milliarden Dollar. Am (heutigen) Freitag soll das Repräsentantenhaus über das Gesetz abstimmen, bevor Trump es unterschreiben kann. „Harvey“ hatte vor allem in Texas und Louisiana schwere Schäden angerichtet.

Frühere US-Präsidenten wollten angesichts der Schäden durch „Harvey“ und mutmaßlich „Irma“ nicht untätig bleiben. Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, George H.W. Bush und Jimmy Carter richteten einen Spendenaufruf namens „One America Appeal“ ein, über den Geldmittel gesammelt und schnell verteilt werden sollen.

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