Lars Augustin sagt von seinem Job: „Kein Tag ist gleich.“ Foto: Malte Klein

Zu einem Hotel gehören immer Menschen, die sich um die Gäste kümmern und ihnen die Wünsche von den Augen ablesen. In einer Serie stellen wir gute Geister vor. Diesmal: Lars Augustin, er ist im Wyndham Hotel Echterdingen für Speisekarte, Warenbestellungen und Harmonie zuständig.

Echterdingen - Lars Augustin sitzt an diesem Mittwochmorgen im Restaurants Franke des Wyndham Hotels am Flughafen. Doch vor ihm auf dem Tisch steht kein Frühstücksteller, sondern bloß ein Glas Wasser. Denn für ihn ist das Hotelrestaurant ein Teil seines Arbeitsplatzes. Augustin ist nämlich Food and Beverage Operations Manager, wie die amerikanische Hotelgruppe Wyndham seinen Beruf nennt. Das bedeutet, der 35-Jährige ist für das Essen und die Getränke im Restaurant und in der Bar, den Zimmerservice und die Bewirtschaftung der Tagungsräume zuständig. Mit ihm arbeiten bis zu 20 Personen in zwei Schichten.

Während die Gäste frühstücken, erzählt Augustin von seiner Arbeit. „Ich möchte Harmonie kreieren“, nennt er sein wichtigstes Ziel. Denn das gehöre zu einem guten Hotel. „Es soll schön und harmonisch sein, damit die Gäste eine gute Zeit haben.“ Schließlich sollen sie sich wohlfühlen. „Ich möchte, dass sie nach dem Frühstück mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Hotel gehen.“ Denn er ist sich sicher, dass sich das durch den ganzen Tag ziehe. „Ganz wichtig ist, dass morgens Kaffee da ist. Sonst wird es schnell kritisch.“ Den gibt es bereits von 4 Uhr an beim sogenannten Early Bird Breakfast. Das ist für Flugpassagiere und Crews gedacht, die einen der ersten Flüge vom nahen Flughafen nehmen.

Er wusste früh, dass er in die Gastronomie wollte

Dass Augustin in der Hotellerie und Gastronomie arbeiten möchte, war ihm früh klar. „Das hat mit einem Erlebnis in meiner Kindheit zu tun. Damals war ich mit meinen Eltern in einem Restaurant, und der Kellner war sehr unfreundlich.“ Er habe das nicht verstanden. Schließlich hätten seine Eltern die Gerichte ja bezahlt. Zunächst absolvierte Augustin eine Ausbildung als Hotelkaufmann und arbeitete in einem Restaurant in Frankfurt am Main. Später studierte er noch Internationales Hotelmanagement und arbeitete in einem Hotel im Bankettbereich. Im Wyndham Hotel ist er seit vier Monaten tätig.

„Kein Tag ist gleich“, sagt Augustin. Wenn er in der Frühschicht arbeitet, beginnt er um 7 Uhr. „Dann platziere ich auch beim Frühstück die Gäste. Für mich gehört es zu meinem Arbeitsstil, dass ich präsent bin.“ Hinzukommen Verwaltungsaufgaben wie Bestellungen. Und Augustin geht regelmäßig durch die Keller und schaut, ob noch genügend da ist. Nun steht er in einem solchen mit bunten Spirituosenflaschen auf Regalbrettern. „Von denen sollte immer mindestens eine Flasche da sein.“ Aktuell passt alles.

Augustin ist der Einzige, der in beiden Schichten arbeitet. Denn er ist sowohl für die Frühschicht zuständig, die um 5.30 Uhr beginnt, als auch für die Spätschicht ab 14 Uhr. Beide Schichten wechseln nicht. Für ihn ist es wichtig, dass er sich um alle Mitarbeiter beider Schichten gleich intensiv kümmert. „Sie sollen sich wohlfühlen, und die Atmosphäre soll gut sein.“ Denn letztlich arbeiten diese ja direkt mit dem Gast. Und er hat ein Auge auf die Teams. „Ich weiß, was ich von meinen Mitarbeitern erwarten kann und was nicht. Manchmal weiß ich, dass sie noch eine Schippe drauf legen könnten, weil ich es auch könnte.“ Wenn dies nicht gehe, weiß er, dass eine Grenze erreicht sei.

Die Speisekarte gehört zu seinen Aufgaben

An diesem Vormittag hat er sich um einen Tagungsraum gekümmert. Denn statt der gebuchten sieben Gäste kamen zwölf zu einem Meeting. „Ich habe da kurz geholfen und den Raum und die Getränke für mehr Personen vorbereitet“, sagt Augustin. Er hat es lieber, wenn alles bereits vorbereitet ist, wenn die Gäste kommen. „Dann haben die Gäste noch eine Phase der Ruhe, bevor sie ihr Meeting beginnen.“ Gerade während der Messen kämen viele ins Hotel, um dort und nicht in der Halle über ihre Geschäfte zu sprechen.

Im Restaurant frühstückt jetzt niemand mehr. „Von 10.30 bis 11.30 Uhr schließen wir, weil unsere Mitarbeiter dann für das Mittagessen vorbereiten und sauber machen müssen. Denn durch die Brötchen gibt es da immer viele Krümel.“ Zu Augustins Aufgaben gehört auch die Speisekarte. „Mir ist wichtig, dass die Klassiker gut sind.“ Dazu gehöre etwa ein Schnitzel. Denn er weiß, dass viele Gäste nach einem langen Messetag nur noch kurz etwas essen und dann schlafen wollen. Bei der Cocktailkarte ist ihm wichtig, dass er sein Team mit einbezieht. „Ich gebe keine Vorgabe, was ich auf der Karte haben möchte. Die Barkeeper sagen mir, wohinter sie stehen.“

Mitunter ist es auch Augustins Job, Reklamationen zu bearbeiten. „Dann holen die Mitarbeiter mich. Ich kann dann argumentieren, warum etwas ist, wie es ist, und ihnen eine Lösung anbieten.“ Und seine Kollegen können sich währenddessen um die anderen Gäste kümmern.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: