Die Veranstaltung soll Spaß machen – zum Beispiel beim Minigolf mit dem Fußball. Foto: factum/Simon Granville

Um Flüchtlinge zu integrieren, hat die Stadt eine Veranstaltungsreihe organisiert. Bei einem Sportevent stellten sich zehn Mannschaften mehreren Herausforderungen.

Holzgerlingen - Die Scorpions spielen meistens unter sich. Die Mannschaft besteht aus jungen Flüchtlingen aus Gambia, die in Holzgerlingen leben. „Fußball verstehen wir“, sagt Zall Bah. Aber andere Sportarten oder das deutsche Vereinswesen seien ihnen eher fremd, sagt der 35-Jährige weiter. Beim ersten Holzgerlinger Sportevent stellten sich am Wochenende deshalb verschiedene Vereine vor – mit sportlichen Herausforderungen. Zehn Mannschaften stellten sich den Aufgaben. Organisiert hat das Turnier, zu dem sich alle Bürger anmelden konnten, das städtische Integrationsteam.

Sprache ist die größte Herausforderung

„Uns macht es allen Spaß“, sagt der aus Gambia stammende Ibrahim Manneh, bevor er wieder aufs Feld geht. Zur Mittagspause legen sie eine Runde Fußball ein. Die Scorpions spielen gegen das Team Damaskus, das aus Syrern besteht. „Wir lieben den Sport und vor allem das Fußballspielen“, sagt Alaa Alh­med. Der 30-Jährige ist seit drei Jahren in Deutschland, studiert Elektro- und Informationstechnik an der Universität in Stuttgart. Anders als seine größte Tochter ist er noch in keinem Verein Mitglied. „Solche Aktivitäten erleichtern die Integration“, findet er deshalb. Die Sprache sei die größte Herausforderung, aber die Menschen in Holzgerlingen seien sehr nett und freundlich, betont er.

Um Einheimische und Flüchtlinge zusammenzubringen, haben Tine Binder und Christine Henck vom städtischen Integrationsteam eine ganze Reihe von Veranstaltungen aufgelegt. Nachbarschaftsgespräch heißt das vom Land geförderte Format. „Es sollen immer Begegnungen stattfinden“, erklärt Tine Binder. An dem Wochenende machen die Sportvereine das Programm: Die Turner stellten beispielsweise einen Hindernisparcours auf, die Fußballabteilung der Sportvereinigung ließ eine spaßige Art von Golf spielen, die Spielgemeinschaft der Handballer auf eine Torwand schießen, die Rettungsschwimmer von der DLRG riefen im Freibad zur Rutschenchallenge auf. Rund 60 Teilnehmer waren neben den zwei Teams aus Gambia und Syrien am Start.

Überhaupt gut, sich gegenseitig kennen zu lernen

„Die Vereine haben sich viel überlegt“, lobt Christoph Reza, der sich mit dem Basketballerteam Dynamites den Herausforderungen stellt. „Natürlich steht Inte­gration im Vordergrund“, sagt der 35-Jährige. Aber er findet es generell gut, in Kontakt mit anderen Vereinen zu kommen. „Für jeden ist etwas dabei“, schwärmt auch die 15-jährige Franziska Zeller, die mit den Royal Rangers beim Sportevent angetreten ist. Tom Stein lobt ebenfalls die Möglichkeit, einander kennenzulernen. „Alle sind offen, nett und freundlich“, sagt der 60-Jährige. „Das erlebt man beim Sport immer“, findet er. Er hat sich mit dem Spätzle-Team vom Lauftreff aus Neugierde angemeldet und weil die Veranstaltung klang, als würde sie viel Spaß machen. Auch beim Lauftreff seien selten Flüchtlinge dabei, berichtet er und ergänzt: „Wir würden uns über neue Mitglieder freuen.“

Zall Bah aus Gambia ist jedenfalls offen für alles: „Wir machen bei jedem Sport mit, der uns vorgeschlagen wird“, sagt er. „Aber jetzt spielen wir erst einmal Fußball“, ergänzt sein Freund Ibrahim Manneh und läuft aufs Spielfeld.

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