LeBron James stand zuletzt achtmal nacheinander mit seinen Teams im NBA-Meisterschaftsfinale. Foto: AP

Der Glamourspieler geht zum Glamourclub aus der Glamourmetropole: Basketball-Superstar LeBron James verlässt die Cleveland Cavaliers und wechselt innerhalb der US-Profiliga NBA zu den Los Angeles Lakers. Dahinter stecken mehr als nur sportliche Erwägungen.

Stuttgart - Neben zahlreichen anderen Berühmtheiten hat auch der Fußball-Superstar Zlatan Ibrahimovic den Neuling gleich mal nett in der Stadt willkommen geheißen – so, wie ein Zlatan Ibrahimovic eben einen anderen Sporthelden begrüßt. „Jetzt hat LA einen Gott und einen König. Zlatan heißt King James willkommen“, twitterte der seit März bei Los Angeles Galaxy spielende 36-Jährige nach der Verkündung des ablösefreien Wechsels von LeBron James innerhalb der US-Profiliga NBA von den Cleveland Cavaliers zu den Los Angeles Lakers. Der Spitzname des Basketball-Superstars ist „King James“ – König James. Und Gott, dafür hält sich Zlatan Ibrahimovic eben selbst.

Im klassischen Herrscherbild steht Gott über dem König. Im Los Angeles des Jahres 2018, das wird der ebenso selbstherrliche wie selbstironische Twittergott aus Schweden bald merken, werden sich die Verhältnisse jedoch anders herum gestalten. Basketball steht in den USA in der Beliebtheitsskala weit über Fußball – auch Hollywood rollt LeBron James den roten Teppich aus. „Es ist so aufregend, dass du in die Stadt der Stars kommst“, sagte der frühere kalifornische Gouverneur und Filmstar Arnold Schwarzenegger in einer Videobotschaft: „Du wirst ohne Zweifel der größte Star von allen sein, auf dem Spielfeld und daneben.“

In Los Angeles trifft LeBron James auch auf den deutschen Liganeuling Moritz Wagner

Auf dem Spielfeld ist LeBron James dermaßen gut, dass er aus einem Mittelklasseteam im Handumdrehen ein Spitzenteam machen und wohl fast jede Mannschaft ins Meisterschaftsfinale führen kann, in dem er zuletzt achtmal nacheinander mit Miami Heat und den Cleveland Cavaliers stand. Es gibt keinen Club, der den 33-Jährigen nicht gerne verpflichtet hätte. Er entschied sich für die Los Angeles Lakers, den Glamourclub aus der Glamourmetropole.

So ruhmreich ihre Vergangenheit auch war, so trostlos gestaltete sich ihre Gegenwart. Seit 2013 verpassten die Lakers stets die Play-offs. Ihr Team ist jung und hoffnungsvoll mit Talenten wie Brandon Ingram und Lonzo Ball oder auch dem deutschen Liganeuling Moritz Wagner. Doch was seit dem Karriereende des fünfmaligen Meisters Kobe Bryant 2016 fehlte, war ein Superstar, der auch weit über die Spielfeld- und Stadtgrenzen hinaus Glanz und Gloria versprüht.

Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 131,4 Millionen Euro

Seit März 2017 verantwortet Magic Johnson, der in den 1980er Jahren fünf Titel mit den Lakers holte, als „President of Basketball Operations“ die sportlichen Geschicke. Der 58-Jährige proklamierte die Verpflichtung eines solchen Topspielers als oberste Priorität, um dem erfolgsverwöhnten Publikum wieder mehr zu bieten. Dass es gleich der größte Star unter den Stars wurde, ist ein großer Coup für die Clublegende im Funktionärsgewand und den ganzen Verein.

LeBron James sah mit den Cavaliers offenbar das Limit erreicht. Mehr als die eine historische Meisterschaft 2016 gegen die Übermannschaft Golden State Warriors – die erste eines Profiteams aus Cleveland seit 1964 – war nicht drin. Der abermalige Abschied aus Cleveland nach dem Intermezzo in Miami (2010 bis 2014) eröffnet ihm nicht nur sportlich eine neue Perspektive, sondern auch wirtschaftlich. Am interessantesten ist dabei nicht der üppige Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 131,4 Millionen Euro, sondern der riesige Markt Los Angeles als Hochburg der Unterhaltungsindustrie samt der ungebrochenen Strahlkraft der Lakers. Er wird mehr Titelseiten zieren denn je, mehr Trikots verkaufen denn je.

Chefkritiker des US-Präsidenten Donald Trump

LeBron James sieht sich als mehr als nur ein Athlet, wie er unlängst einmal postulierte. Das gilt im politischen Sinne, in dem er als sportlicher Chefkritiker des US-Präsidenten Donald Trump auftritt. Und das gilt im ökonomischen Sinne. LeBron James ist auch eine Werbeikone und ein erfolgreicher Geschäftsmann, etwa als Investor mit zweiprozentiger Beteiligung am FC Liverpool oder bei der schnell wachsenden Blaze-Pizza-Kette. Vergangene Saison ließ er mal beiläufig durchklingen, dass Platz sechs auf der Forbes-Liste der am besten verdienenden Sportler mit Jahreseinkünften von 73,3 Millionen Euro nicht sein Anspruch ist. Ganz vorne steht der Boxer Floyd Mayweather (244 Millionen Euro). Das ist für ihn die Messlatte.

Die lästige Wohnungssuche, die ein Vereinswechsel für gewöhnlich nach sich zieht, bleibt LeBron James übrigens erspart. Er besitzt bereits zwei 20 Millionen Euro teure Luxusvillen in Los Angeles.

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