Hohlweg in Stuttgart-Sillenbuch Gartenbesitzer drohen mit dem Gericht

Von Caroline Holowiecki 

„Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ steht auf dem Schild am Anfang des Hohlweges Richtung Rohracker. Dennoch sind  dort jede Menge Autos unterwegs. Foto: Caroline Holowiecki
„Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ steht auf dem Schild am Anfang des Hohlweges Richtung Rohracker. Dennoch sind dort jede Menge Autos unterwegs. Foto: Caroline Holowiecki

Im Mai wurde beschlossen, dass der Schleichweg zwischen Sillenbuch und Rohracker dicht gemacht werden soll. Nun hat sich aber herausgestellt, dass die Kleingärtner vor Ort dann ein großes Problem bekommen.

Sillenbuch - Die Freude im Bezirksbeirat Sillenbuch war groß. Der Hohlweg Richtung Rohracker soll – so war es im Mai beschlossen worden – zugemacht werden. Der schmale landwirtschaftliche Weg zwischen der Tuttlinger Straße auf dem Berg und der Sillenbucher Straße im Tal wird unerlaubterweise von Pendlern als Schleichweg genutzt, und dies im großen Stil. Bereits Ende 2016 hatte der Sillenbucher Bezirksbeirat die Stadtverwaltung daher gebeten, eine Barriere zu prüfen.

Das Ergebnis überbrachte Andreas Hemmerich vom Stadtplanungsamt im Mai: Zwei Poller sollen direkt am Sillenbucher Ortsausgang aufgestellt werden. Die Kleingärten und landwirtschaftlichen Flächen seien weiterhin erreichbar, betonte er seinerzeit. Dies trifft für die meisten Grundstücke auch zu. Nur: Man kommt nicht mehr heraus. Das Wegenetz auf Sillenbucher Gemarkung ist so angelegt, dass man wie in Einbahnstraßen Schleifen um spitz zulaufende Kurven fahren muss. Wird der Hohlweg am oberen Ende versperrt, können die Kleingärtner, die dort in großer Zahl ihre Grundstücke haben, zwar über einen Seitenweg ins Gebiet einfahren, haben dann aber keine Möglichkeit zu wenden. Vor allem, wenn sie mit Anhängern kommen. „Man ist dann in einer Sackgasse“, sagt Günther Krieger, er ist einer der Betroffenen.

Es sei ein Unding, sagt ein Betroffener

Die Gartenbesitzer sind wütend. Gabriel Böhm spricht von einer Unverhältnismäßigkeit. Die Kleingärtner würden für das Fehlverhalten anderer bestraft. Hans Schweitzer erklärt, dass er, käme die Sperrung wie geplant, seinen Garten künftig von Rohracker aus ansteuern müsste. „Das ist ein Unding.“ Die Gruppe kündigt juristische Schritte an. Helmut Hermann, der vor Ort zwei Grundstücke besitzt, wettert: „Ich werde prozessieren bis Pontius und Pilatus. Das kann die Stadt nicht machen.“ Und Gerhard Mannes fügt hinzu: „Das werden wir alle. Das kann nicht sein, dass wir von unseren Gärten ausgesperrt werden.“ Für die Sillenbucher Gärtner gibt es nur zwei Wege aus der Misere. Entweder man installiert die Poller weiter unten am Hohlweg am Gelände des OGV Rohracker, wo es eine kleine Wendeschleife gibt. „Aber die Hedelfinger möchten das nicht“, sagt Gabriel Böhm. Oder man verzichtet auf die Sperrung und setzt stattdessen auf Polizeikontrollen. Dass sich vor Ort etwas ändern muss, steht für die Kleingärtner außer Frage – im Minutentakt kommen Autos. Die Fahrer sind vollkommen uneinsichtig und nicht selten frech.

Andreas Hemmerich bestätigt auf Nachfrage, dass aktuell intern geprüft werden, „ob an der einen oder anderen Stelle die Befahrbarkeit für die Kleingärtner optimiert werden kann“. Gleichzeitig betont er aber, dass es nicht um ein Versetzen der Poller gehe, sondern eher um eine Nachbesserung am Wegenetz. An der Sperrung an sich wolle man festhalten. Andreas Hemmerich geht davon aus, dass diese noch in diesem Jahr gesetzt werden. Möglicherweise werde das Thema in Bälde wieder im Bezirksbeirat aufschlagen.

Redaktion Sillenbuch

Ansprechpartnerinnen
Judith A. Sägesser und Julia Bosch
sillenbuch@stz.zgs.de

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