Die Sperrung der Hofener Straße am Neckar gibt es nur noch an Sonntagen Foto: Michele Danze

Die Stadträte im Technischen Ausschuss haben am Dienstag eine Dauerregelung für Radfahrer auf der Hofener Straße gefunden. Für Autos ist die Strecke am Neckar im Sommer nur noch an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 21 Uhr tabu.

Stuttgart - Die Sache mit der Hofener Straße war seit dem 12. Februar beschlossen, als Freie Wähler, CDU, FDP und die wendigen Sozialdemokraten in einem gemeinsamen Antrag statt der Wochenend- nur noch die Sonntagssperrung der Hofener Straße verfolgten. Am Dienstag folgten im Technischen Ausschuss Nachhutgefechte und eine Breitseite von CDU-Fraktionschef Alexander Kotz gegen Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne).

Kuhn hatte vor einem Jahr die Verlängerung des Verkehrsversuchs mit Schranken durchgekämpft und den Radlern so ein Jahr länger eine auch an den Sommer-Samstagen freie Straße zwischen Neckar und Weinbergen beschert. Dafür stieg die Autozahl auf der jenseits des Flusses liegenden Neckartalstraße zum Ärger der Anwohner samstags um etwa 1000 bis 1700 Fahrzeuge an. An den Sonntagen ergab sich laut Zählung keine wesentliche Mehrbelastung.

Die direkt betroffenen Bezirksbeiräte folgten im Januar der Idee der Freien Wähler für das Sonntagsfahrverbot. Sogar SÖS stimmte mit, „weil da Stimmung gemacht wurde und sich unsere Beirätin gar nicht mehr getraut hat, dagegen zu stimmen“, bekannte Stadtrat Gangolf Stocker am Dienstag. An SPD-Fraktionschef Marin Körner sprach Stocker eine Warnung aus: „Das ist jetzt ein kleiner Triumph für Sie, Sie werden ihn genießen, aber das wird Ihnen nicht immer gelingen“. Ohne den Wechsel der Genossen in das CDU/FW/FDP-Lager hätte sich dort keine Mehrheit ergeben. Die Situation werde befriedet, der Kompromiss sei gut, weil er Bürgerbeteiligung ernst nehme, man könne die Probleme der einen Neckarseite nicht auf die andere „rüberschieben“, sagte Körner.

Björn Peterhoff für die Grünen appellierte, die bisherige Regel wegen der Sicherheit und des Freizeitwerts beizubehalten. Tausende Radler auf der Hofener Straße und Wagrainstraße würden wieder gefährdet.

OB Fritz Kuhn hatte seien Lösung Ende Januar als „ausbalancierten Kompromissvorschlag“ bezeichnet. 2014 war gegenüber 2013 die Straße nachts wieder für den Autoverkehr geöffnet worden, nun sollte die Sperrung samstags statt um 13 erst um 14 und nur bis 21 Uhr und sonntags statt von 6 bis 22 nur von 8 bis 21 Uhr reichen.

Die CDU sei zwar „grundsätzlich gegen eine Sperrung“, wenn sie nur am Sonntag gelte, könne aber „der soziale Frieden durch diesen Kompromiss wieder hergestellt werden“, sagte Thomas Fuhrmann. CDU-Chef Alexander Kotz setzte am Dienstag zur Abrechnung mit dem nicht anwesenden OB an. Kuhn habe „das Thema zur Chefsache gemacht“ und in zwei teils verunglückten Sitzungen seinen Kompromiss dargestellt. „Nun nicht den Mut zu haben heute hier zu erscheinen ist dreist, auch der Fachverwaltung gegenüber, die den Kompromiss laut Flurfunk so wie die Bezirksbeiräte sieht“, sagte Kotz. Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) sagte dazu nichts. „Wir stimmen jetzt besser schnell ab“, entschied er. Die neue Regelung gibt ab 1. Mai.

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