Die Raw Messengers und Qute Messengers sind bei den nationalen Hip-Hop-Titelkämpfen ganz weit vorn gelandet, und beide Tanzcrews aus Fellbach wollen im Sommer zu den Weltmeisterschaften in die USA.
Für ihren großen Traum von den Hip-Hop-Weltmeisterschaften in den USA verkaufen sie Kuchen auf dem Fellbacher Wochenmarkt. Und bei der Jahresgala des Fellbacher Messenger Tanzstudios im März in der Schwabenlandhalle riefen die Tänzerinnen der Raw Messengers und der Qute Messengers zu Spenden auf. Immerhin 400 Euro kamen für ihre Reisekasse zusammen.
Schon 2023 sind die beiden Tanzcrews in Phoenix dabei gewesen, und auch in diesem Jahr haben sie sportlich längst die Qualifikation für die internationalen Titelkämpfe in der Tasche. Die Raw Messengers haben Anfang des Jahres bei den deutschen Meisterschaften in Hannover die Silbermedaille bei den „Adults“, den Erwachsenen, geholt. Die Qute Messengers haben den nationalen Titel in der Altersklasse zwölf bis 17 Jahre gewonnen. Der zweite gemeinsame USA-Trip steht dennoch auf wackligen Beinen. Denn die Tänzerinnen brauchen weitere Sponsoren, die sie finanziell unterstützen.
Pro Person kostet die WM rund 200o Euro
Der Flug über den Großen Teich nach Arizona kostet eine Menge Geld. „Realistisch gesehen, brauchen wir pro Person rund 2000 Euro für Flug und Unterkunft“, sagt Alina Corovic, die bei den Raw Messengers tanzt, die Qute Messengers trainiert und für beide Crews die Choreografien macht. Doch die insgesamt 15 Tänzerinnen sind entschlossen, das Unternehmen zu stemmen. „Die Weltmeisterschaften sind etwas ganz Besonderes. Wir müssen dabei sein“, sagt die 20-Jährige. „Denn es macht was mit uns.“ Die Teilnahme sei ein ganz spezieller Motivationsschub, sagt Alina Corovic. Schließlich zählten die US-Amerikaner mit den Japanern und den Neuseeländern zum Besten, was der Hip-Hop international zu bieten hat. Und mit den weltbesten Crews wollen sich die Fellbacherinnen in der ersten Augustwoche messen.
Außer den technische Fertigkeiten zählt auch die Bühnenshow
Hip-Hop sind schnelle Bewegungen zu treibenden Beats. Für die Wertung der Auftritte zählt außer den technische Fertigkeiten, den sogenannten Skills, vor allem die Bühnenshow, im Hip-Hop Performance genannt. Die „Raws“ tanzen in diesem Jahr unter dem Motto „Fast and Furios“, und gemäß dem Slogan haben Alina Corovic, Adeline Kentz, Beatriz Carvalho da Silva, Katharina Siegmund, Maria Skritzovali, Selin Sentürk und Taciana Dos Santos Cerqueira alle Hebel in Bewegung gesetzt. Sie haben gespart und gejobbt, um wieder in Arizona dabei zu sein. Ihre Flüge sind bereits gebucht. Am 31. Juli geht es von Frankfurt aus nonstop nach Phoenix, erzählt Alina Corovic.
Bei den Jüngeren müssten ein paar Eltern als Begleitpersonen mit
Wie die Raw Messengers gehören die Qute Messengers, die im Schnitt 14 bis 16 Jahre alt sind, seit Jahren zu den deutschen Top-Gruppen. Die Belohnung für ihre Erfolge war vergangenes Jahr die USA-Reise. Doch ob Emelie Hanz, Gina Santoro, Greta Ioreen Mandaglio, Lana Grljusic, Rosa Iacovone, Sabine Siegmund, Valentina Forciniti und Zelal Kilic diesmal mitkommen, ist ungewiss. Bei den Jüngeren müssten ein paar Eltern als Begleitpersonen dabei sein, was die Reisekosten zusätzlich in die Höhe treibt, sagt ihre Trainerin.
Noch läuft die Sponsorensuche auf Hochtouren, und die Qute Messengers nutzen zudem jede Auftrittsgelegenheit, um Geld in die Reisekasse zu bekommen. Alina Corovic hofft, dass auch der Nachwuchs mit von der Partie ist. Dafür werden sie auch wieder Kuchen an der Lutherkirche verkaufen.