Die Raw Messengers aus Fellbach tanzen bei den deutschen Hip-Hop-Meisterschaften in Hannover allen anderen in der Altersklasse Adult davon. Die Nachwuchsgruppe Qute Messenger belegt Platz zwei.
Das Messenger Tanzstudio in Fellbach stellt erfolgreiche Teams auf die Beine. Die Raw Messengers gehören nun schon einige Jahren zu den deutschen Topgruppen im Hip-Hop. Mittlerweile starten sie in der Kategorie Adult, also Erwachsene, und wie gut sie sind, haben die elf Mädchen von 16 bis 22 Jahren Ende März wieder einmal bewiesen. Bei den deutschen Hip-Hop-Meisterschaften in Hannover sind sie der nationalen Konkurrenz davon und ganz nach oben aufs Treppchen getanzt. Erfolgreich war der Ausflug nach Niedersachsen auch für die Qute Messengers. Die Nachwuchsgruppe mit sechs Mädchen im Alter von elf und zwölf Jahren belegte den zweiten Platz in der Altersklasse Varsity.
Hip-Hop bedeutet schnelle Bewegungen zu treibenden Beats. Die 54 Crews, die bei den neunten deutschen Meisterschaften unter dem Motto „Uniting the world through Dance“ dabei waren, können alle tanzen. Deshalb gehe es bei den Auftritten nicht allein um technische Fertigkeiten, die sogenannten Skills, sagt Joanna Koukos, eine der Tänzerinnen. „Genauso wichtig ist auch die Performance.“ Denn die Bühnenshow zählt außer Synchronität und Taktgefühl für das Wertungsgericht in gleichen Teilen.
In schicken Nadelstreifenanzügen auf der Bühne
Die Raw Messengers erarbeiten ihre Choreografien selbst. Die Trainer Markus Braun und Florin Elsner, Mitgründer der Tanzschule und früher als Messenger Crew sogar mal 16. bei den Weltmeisterschaften, schauten nur noch darüber und korrigierten bei Bedarf, erzählt Joanna Koukos. Für die deutschen Meisterschaften hatten sich die Mädchen und jungen Frauen in schicke Nadelstreifenanzüge geworfen und performten zu einem Medley von Madonna-Hits. „Classy und cool“ seien sie gewesen, sagt Joanna Koukos mit einem Lächeln – und erfolgreich. Ebenso wie die Kleinen, denen ihre Trainerin Alina Corovic, die bei den Raw Messengers tanzt, eine lustig-lebhafte „Pyjama-Party“ auf den Leib geschneidert hatte.
Respekt vor allem vor den mega guten Asiaten
Es ist mitten am Tag. Doch im Messenger-Tanzstudio in der Stuttgarter Straße sind die blickdichten schwarzen Vorhänge zugezogen. Zwei große Scheinwerfer erhellen die Szene. Es ist Trainingszeit. Es sind an diesem Samstag zwar nicht alle da, aber geübt wird dennoch. Die nationalen Meisterschaften sind zwar vorüber, aber international steht das größte Ereignis noch bevor: die Weltmeisterschaften vom 30. Juli bis 6. August in Phoenix in den Vereinigten Staaten. Dafür wollen sie ihren Meistertanz von Hannover noch ein wenig „pimpen“, wie Joanna Koukos sagt. „Die Konkurrenz ist riesig, und vor allem die Asiaten sind mega gut.“
2022 wegen der schwelenden Pandemie auf die WM verzichtet
Nicht nur die Raw Messengers sind als deutsche Meister dafür qualifiziert, auch die Jüngeren aus Fellbach dürfen antreten. Denn die jeweils ersten drei Crews in jeder Alterskategorie der Titelkämpfe in Hannover haben sich für das Ereignis in der Wüste Arizonas qualifiziert. Das war den Raw Messengers allerdings auch schon 2022 gelungen, als die Meisterschaften ohne Publikum in Hannover ausgetragen worden waren. Doch wegen der damals noch schwelenden Pandemie flogen die Mädchen vor einem Jahr nicht über den großen Teich ins Tanzabenteuer.
Die Kosten für die USA-Reise belaufen sich auf rund 50 000 Euro
Nun wollen sich beide Teams ihren großen Traum erfüllen und in Phoenix mit den und gegen die besten Crews der Welt tanzen. Doch trotz der sportlichen Qualifikation der Raw und Qute Messengers hängt die Reise der Fellbacherinnen in die USA noch am seidenen finanziellen Faden. „Wir sprechen von Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro für die Teilnahme an der WM“, sagt Moe Afonso, der das Messenger-Studio vor vier Jahren eröffnet hat. Weil der Deutscher Tanzsportverband die Kosten nicht übernehme, hänge alles von Sponsoren ab, die den beiden national erfolgreichen Crews ihren amerikanischen Traum erfüllen können, erklärt Moe Afonso.