Die Hip-Hop-Open in Stuttgart nehmen Abschied. Foto: Lichtgut/Ines Rudel

Es ist das Ende einer Ära. Bei den letzten Hip-Hop Open auf dem Wasen sind die Orsons und die Massiven Töne Überraschungsgäste. 13.000 Fans feiern an einem heißen Sommertag die Rapmusik.

Stuttgart - „Tha“ und „nks“ steht da links und rechts neben der großen Bühne im Reitstadion. Die Veranstalter sagen den Gästen „Danke“. Zum Abschluss feiern 13 000 Fans auf dem Cannstatter Wasen. Neben den gesetzten Künstlern wie etwa ASD, A$AP Rocky und dem Headliner Marsimoto kamen als Überraschung die Stuttgarter Bands Orsons und die Massiven Töne für ein kurzes Zwischenspiel auf die Bühne.

Viele der 13 000 Gäste auf dem Cannstatter Wasen tragen Aufkleber irgendwo auf dem Körper: „Tschüss, HipHop Open“ steht darauf. Das Festival Hip-Hop Open war stets eine zeitgemäße Wegmarke, deren Zeit nun nach 15 Jahren zu Ende ist. Auf der Bühne lässt der US-Rapper Joey Badass ein Dutzend Fans mittanzen - und sagt immer wieder „Germany make some noise“. Für die US-Rapper ist Stuttgart irgendeine Stadt in Deutschland, für viele der Gäste ist es die „Mutterstadt“, wie die Massiven Töne einst in ihrer Hymne auf ihre Heimatstadt sangen, und das auch heute wieder tun.

Hier gibt's das Video zu den Hip-Hop-Open

Zuvor kommt Kollegah, der fordert: „Lasst mich eure Hände sehn!“ Und die Fans machen, wie ihnen geheißen. In der Mittagshitze rappt Kollegah von „sieben Frauen, sieben Autos, sieben Villen“ und lässt zu einem Deichkind-artigen Stomper die Massen hüpfen. Unter dem Akronym ASD wirbeln Afrob und Samy Deluxe über die Bühne. Für viele sind sie der erste Höhepunkt des heißen Festivaltages. Der US-Rapper A$AP Rocky überzeugt mit seiner Darbietung, holt Joey Badass auf die Bühne, covert einen House-of-Pain-Song und auch Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“. Die Masse tobt.

Als Überraschungsgäste stehen vor dem Headliner Marsimoto die Orsons mit den Massiven Tönen auf der Bühne und etwas Melancholie weht über den Wasen. Die Massiven Töne besingen ihre „Mutterstadt“, erzählen vom Schlossplatz und von Udos Snack. „Es ist nicht, wo du bist, es ist, was du machst“, heißt es in dem Song. „Cruisen“ wie auch „Traumreise“ von den Massiven Tönen und auch „Schwung in die Kiste“ von den Orsons sind Songs, die die Fans feiern. „Vielen Dank an jeden einzelnen, der jemals auf den Hip-Hop Open war“, sagt Schowi von den Massiven Tönen.

Es ist ein doch sehr wehmütiger Moment, aber nicht der letzte auf den Hip-Hop Open. Der bleibt dem grünen Rauch von Marsimoto vorbehalten. Marteria, der eigentliche Marten Laciny heißt, ist heute als sein kostümiertes Alter Ego Marsimoto und mit gepitchter Stimme da, zitiert die bekannte Freundeskreis-Zeile „immer wenn es regnet“ in dem Lied „Anarchie“ und singt ein Lied über die kleine Bühne, die es hier auf dem Gelände auch noch gibt. Inmitten von grünen Nebel schreit Marsimoto in die Schwüle der Nacht: „Das ist der letzte Moment bei den Hip-Hop Open, bei dem man springen kann.“ Bei all der Ausgelassenheit ist das auch ein bisschen traurig.

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